Im Schatten der Burg lebt es sich gut. FOTO: SCHEPP
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Im Schatten der Burg lebt es sich gut. FOTO: SCHEPP

Zufriedene Gesichter

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Wettenberg geht es gut. Der 26 Millionen-Etat der Gemeinde für das neue Jahr ist ohne größere Debatte von der Gemeindevertretung beschlossen worden. Und zwar einstimmig, nachdem der eine oder andere Wunsch noch Berücksichtigung fand.

Knapp 26 Millionen Euro wird die Gemeinde Wettenberg in diesem Jahr bewegen - die Kommunalpolitik hat am Donnerstag den Weg dafür freigemacht. Nach kleineren Nachjustierungen hat die Gemeindevertretung unter Vorsitz von Hans-Peter Steckbauer den Etat für 2020 ohne Gegenstimmen beschlossen.

Erstmals seit Jahren ist darin wieder ein Zuschuss an die Nachbargemeinde Biebertal veranschlagt, denn das dortige Hallenbad, das einzig verbliebene in den drei Westkreisgemeinden, ist defizitär. Die Freien Wähler plädierten angesichts guter Wettenberger Kassenlage für 30 000 Euro Zuschuss. Im Raum standen ursprünglich 20 000.

Kompromiss nach kurzer Sitzungspause zur Beratung: Wettenberg überweist in diesem Jahr 25 000 Euro in die Nachbarschaft. Georg Schlierbach von den Freien Wählern begrüßte dies ausdrücklich, denn seine Fraktion hatte seit längerem intensiv dafür geworben, während bei der SPD als Mehrheitsfraktion in Wettenberg immer wieder Zögern zu spüren war. Nicht minder zufrieden zeigt sich Schlierbach damit, dass in diesem Jahr endlich auch die Runderneuerung des angejahrten Bürgerhauses Gleiberg angegangen werden soll. Auch das war von den Freien Wählen immer wieder angemahnt worden. Dritter Wunsch der Freien Wähler an den Etat: Dass Geld für einen Zebrastreifen oder eine wie auch immer geartete Querungshilfe in der Bahnhofstraße in Wißmar bereitgestellt wird. Am Ortseingang in Höhe von Bauhof respektive Zufahrt zum Edeka sollen die Menschen sicherer über die Straße kommen. Zumindest mit einem Sperrvermerk versehen, bleibt das Geld jetzt im Etat bereitgestellt. Denn es soll geprüft werden, was da überhaupt machbar ist. Begrüßt wird von den Freien Wählern, dass die Gemeindesteuern nicht erhöht werden und insbesondere die Grundsteuer B unter dem Durchschnitt im Landkreis liegt.

Auch Sozialdemokrat Ulrich Ellinghaus zeigte sich "stolz, dass ein positives Ergebnis erwirtschaftet wird". Die gute Arbeit der vergangenen Jahrzehnte sei es zu verdanken, dass die Menschen gerne in Wettenberg leben und arbeiten.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende begrüßt ausdrücklich die 1,2 Millionen Euro, die in diesem Jahr in die Erweiterung der Launsbacher Kita Mäusenest fließen, um dort Raum für zwei weitere Gruppen zu schaffen sowie die Pläne für den Neubau der Krofdorfer Kita Finkenweg.

Geld für ein Sanieren der alten Schule in Launsbach steht nicht bereit, denn da ist noch immer keine Entscheidung zur Zukunft des Gebäudes gefallen, das die Gemeinde eigentlich verkaufen wollte. Bei einer Entscheidung, so sicherte Ellinghaus Richtung Launsbach zu, werde man die emotionale Bindung der Launsbacher berücksichtigen.

In den Fokus nahm er am Donnerstag in der eher unaufgeregten Aussprache zum Haushalt 2020 das Schaffen von bezahlbarem Wohnraum. Das Projekt nahe der Feuerwehr in Wißmar sei nurmehr der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Deshalb schaue man weiter auf den Seegarten nahe Krofdorf, wolle jedoch dort keinen Schaden für Natur und Landschaft.

Der bezahlbare Wohnraum trifft auch den Nerv der CDU: Seit über sieben Jahren werde das Konzept verfolgt, auf dem Gelände der ehemaligen Kita Weinberg in Wißmar eine Wohnbebauung zu ermöglichen, und zwar im Tausch gegen ein Gelände bei der Feuerwehr, um dort den gesuchten günstigen Wohnraum zu schaffen, erinnerte CDU-Chef Gerhard Noeske. Bis heute aber sei die alte Kita nicht abgerissen, die Grundstücke noch nicht getauscht, das Baurecht nicht geschaffen und auch kein gemeinnütziger Bauträger verpflichtet. Da mahnte der Christdemokrat zu deutlich mehr Eile. In diesem Jahr müsse die Planung erfolgen. Des Weiteren plädierte er für ein Vorziehen der Investitionsmittel dafür um ein Jahr auf 2022. Auch das wurde verabredet.

Kitagebühren stabil

Auch die Grünen, in Wettenberg Juniorpartner der SPD, sprechen von einem erfreulichen Haushalt, der es erlaubt, einvernehmlich auf ein Anheben der Kita-Gebühren zu verzichten und zugleich u.a. in den Ausbau der Betreuung zu investieren. "Große Entscheidungen stehen uns noch bevor, wie zum Beispiel über das Wo und das Wie des Neubaues der Kitas Finkenweg oder des Seegartens, um dort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sagte Fraktionsvorsitzender Matthias Schulz. Seine Fraktion sieht die Seegarten-Überlegungen von Anfang an eher skeptisch. Er verweist zudem darauf, dass für den Bau von günstigem Wohnraum in Wis-mar Planungsmittel freiwerden. Das Geld, das eigentlich für die Planung einer Salzhalle am Bauhof vorgesehen war, wird zur Freude der Grünen dafür umgewidmet.

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