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Aufgrund massiver Schäden ist die Kleebachbrücke am Schneiderberg nur noch einspurig befahrbar. Die Straße selbst soll durch ein neues Verkehrskonzept entlastet werden. ARCHIVFOTO: PAD

Zu viele Wege durch Niederkleen

  • Patrick Dehnhardt
    VonPatrick Dehnhardt
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Langgöns (bf). Die Verkehrssituation in Niederkleen ist seit Jahren ein Dauerthema. Besonders rund um den Bereich Schneiderberg gibt es Probleme, wurde diese Straße doch gerne als Abkürzung durchs Dorf verwendet - bis dies aufgrund der maroden Kleebachbrücke zur Einbahnstraße wurde.

Im Langgönser Umwelt- und Verkehrsausschuss stand die Verkehrssituation nun zur Beratung an, der Ortsbeirat brachte sich ebenfalls ein. Übergeordnetes Ziel, so formulierte es Ausschussvorsitzende Eva Oberschelp, sei es, den Durchgangsverkehr zu reduzieren, der innerörtliche Verkehr solle entflochten werden.

Verkehrsausschuss und Ortsbeirat gaben folgende Empfehlung ab: Der Gemeindevorstand soll zunächst prüfen, ob eine Umleitung für den Durchgangsverkehr in Richtung Gießen von Oberkleen kommend über Ebersgöns zur B3 eingerichtet werden kann. Danach könne man weitere innerörtliche Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung ausloten.

Oberschelp sagte, dass der Weg über Ebersgöns zwar 1,5 Kilometer länger wäre, die Zeitersparnis von Oberkleen bis zur Autobahnauffahrt in Langgöns betrage jedoch fünf Minuten. Der Ortsbeirat will sich in einer seiner nächsten Sitzungen ebenfalls mit dem Thema beschäftigen.

Jens Gelzenleuchter vom Planungsbüro Best hatte zuvor in seinem Verkehrskonzept für den Bereich »Schneiderberg/Bennergasse« zwei Ausbauvarianten vorgestellt. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch verschiedene Varianten der Schleppkurven für dreiachsige Fahrzeuge wie Feuerwehr- und Müllautos.

Aus Richtung Oberkleen könnte der Durchgangsverkehr beginnend über den Blauäckerweg, am Kindergarten und der Feuerwehr vorbei zur Butzbacher Straße geführt werden. Auch die Umleitung von Oberkleen über Ebersgöns zur B3 ist aufgeführt.

Die vorläufige Kostenschätzung für die Baukosten (brutto) liegen bei rund 1,45 Millionen Euro. Darin enthalten sind der Straßenausbau des Schneiderberg udn der Bennergasse, die Instandsetzung der Ufermauer in der Bennergasse, die Sanierung der Brücke am Backhaus über den Kleebach, die Instandsetzung der Brücke »Blauäckerweg« über den Kleebach und der rund 200 Meter lange Lückenschluss »In den Zwirnäckern« bis »Butzbacher Straße«.

Die Langgönser Klimaschutzmanagerin Susanne Müller stellte in der Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Neuplanung von Fotovoltaikanlagen auf Gebäuden der Gemeinde vor. Sieben Liegenschaften verfügen bereits über Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von insgesamt 215 kWp (Kilowattpeak). Vier weitere Gebäude werden demnächst als Bürgersonnenkraftwerke mit insgesamt 237,5 kWp ausgestattet.

Fotovoltaik auf vielen Gebäuden

Zusätzlich sollten in den nächsten Jahren Fotovoltaikmodule den Energiebedarf der übrigen Liegenschaften in Gänze oder teilweise liefern. Ziel ist es, die Anlagen nach entsprechend fälligen Sanierungsmaßnahmen zeitgleich zu bauen.

Geplant sind im kommenden Jahr die Installation solcher Anlagen auf dem Rathaus Lang-Göns (29,7 kWp) und der Kläranlage in Espa (30 kWp). 2023/24 sollen der Tiefbrunnen Seegrund in Cleeberg (30 kWp), die kleine Halle in der Karl-Zeiss-Sporthalle (35 kWp) und das Bürgerhaus Cleeberg (20 kWp) ausgestattet werden. In den Jahren 2025-2028 sind dann das Feuerwehrgebäude und die Kita Kinderkiste in Oberkleen (30 kWp), die Feuerwehr Cleeberg (15 kWp), die Kita Mäuseburg (20 kWp) und die Kita in Dornholzhausen (20 kWp) an der Reihe. Insgesamt kommt dabei eine Leistung von knapp 230 kWp zusammen.

Für das Rathaus und die Kläranlage sind Förderanträge mit Förderstufen von 100 Prozent vorgesehen. Grundsätzlich, sagte Müller, werde immer im Zuge einer Maßnahmenplanung von Liegenschaften auch der Bau von Fotovoltaikanlagen hinsichtlich einer Förderung geprüft. Die Ausschussmitglieder empfahlen das vorgestellte Procedere einstimmig.

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