Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten steigt wieder. In Lich sind es derzeit acht Menschen, zwei davon intensivpflichtig. Der Ärztliche Direktor Dr. Thilo Schwandner rechnet allerdings mit einer deutlichen Zunahme in den kommenden zwei Wochen. (Symbolfoto)
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Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten steigt wieder. In Lich sind es derzeit acht Menschen, zwei davon intensivpflichtig. Der Ärztliche Direktor Dr. Thilo Schwandner rechnet allerdings mit einer deutlichen Zunahme in den kommenden zwei Wochen. (Symbolfoto)

Covid-19

Corona-Lage an der Asklepios-Klinik in Lich: „Werden deutlichen Anstieg der Patienten verzeichnen“

  • VonChristina Jung
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Die Corona-Zahlen steigen. Mediziner warnen vor überlasteten Krankenhäusern. Vor sechs Wochen war die Situation an der Asklepios-Klinik in Lich (Kreis Gießen) noch entspannt. Nun stellt sich der Ärztliche Leiter Dr. Thilo Schwandner auf einen deutlichen Anstieg von Patienten ein.

Die Corona-Zahlen steigen deutlich. Ist die Situation an der Asklepios-Klinik noch so entspannt wie vor sechs Wochen?

Die Corona-Lage ist aktuell stabil. Jedoch verzeichnen wir gerade in den letzten zehn Tagen eine deutliche Fallzunahme. Dies deckt sich auch mit dem Anstieg der Neuinfektionen.

Wie viele Fälle haben Sie aktuell?

Zurzeit behandeln wir acht Patienten mit Corona. Zwei davon sind intensivpflichtig.

Wie viele Betten stehen zur Verfügung?

Aktuell haben wir Kapazitäten für zehn Corona-Fälle auf Normalstation sowie fünf Patienten mit Verdacht auf Corona. Darüber hinaus sind zwei Intensivbetten vorgehalten. Aber der Bereich ist jederzeit erweiterbar, je nach Bedarf.

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Hat sich die Altersstruktur der Patienten verglichen mit dem vergangenen Herbst geändert und wenn ja, in welcher Weise?

Die Altersstruktur im Vergleich zur letzten Welle hat sich deutlich verändert. Wir sehen vor allem ein jüngeres Patientengut im Krankenhaus. Auch auf der Intensivstation ist die Altersstruktur deutlich herabgesetzt.

Handelt es sich überwiegend um ungeimpfte Personen?

Ja, hier sehen wir eine deutliche Tendenz. 70 Prozent der Patienten sind nicht geimpft. Natürlich gibt es auch Impfdurchbrüche. Auf unserer Intensivstation befinden sich momentan nur ungeimpfte Patienten.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist der Anteil geimpfter Corona-Patienten auf Intensivstationen aber angestiegen.

Ja, das ist richtig. Gerade in letzter Zeit sehen wir immer mehr Impfdurchbrüche. In der Asklepios-Klinik in Lich ist dies jedoch noch nicht sichtbar. Wir therapieren momentan auf der Intensivstation nur ungeimpfte Corona-Patienten.

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In einigen Kommunen im Kreis Gießen erreichen wir bereits Zahlen, die vor einem Jahr noch große Bauchschmerzen bereiteten. Derzeit scheinen viele Menschen aber extrem entspannt. Was halten Sie davon?

Ich warne davor, leichtsinnig durch den Herbst zu gehen. Wenn man sich die Dynamik in den letzten zehn Tagen und die Neuinfektionsrate anschaut, werden wir in den kommenden 14 Tagen einen deutlichen Anstieg der Patienten im Krankenhaus verzeichnen. Es ist also nach wie vor das Ziel, die Impfquote zur erhöhen. Das ist der einzige und sicherste Schutz gegen dieses Krankheitsbild. Darüber hinaus sind die bestehenden Hygieneregeln weiter fortzuführen. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Booster-Impfung für gewisse Gruppen nach sechs Monaten. Wir können also nur hoffen, dass sich die Lage nicht so dramatisch darstellt, wie vor einem Jahr.

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