Wird zur Produktionsschule: die ehemalige Gemeinschaftsunterkunft am Laubacher Bahnhof. FOTO: TB
+
Wird zur Produktionsschule: die ehemalige Gemeinschaftsunterkunft am Laubacher Bahnhof. FOTO: TB

Der Zeitplan ist schon "sportlich"

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
    schließen

Laubach(tb). Zwar gibt es noch einige Baustellen, im buchstäblichen wie übertragenen Sinne, der Zeitplan aber steht: Bereits zum Beginn des neuen Schuljahrs im August soll die Produktionsschule in Laubach den Unterricht aufnehmen. Dass der Zeitplan durchaus "sportlich" ist, räumt Dr. Christiane Schmahl, Dezernentin für Schule und Bauen beim Landkreis, ein. Zu schaffen aber sei das.

Maximal 40 Kinder

Das Gebäude schließlich steht mit der ehemaligen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge längst bereit. An dem Wohncontainer neben dem Alten Bahnhof sind einzig kleinere Umbauten (vor allem Lehrküche) erforderlich. Zudem, so Schmahl in der jüngsten Sitzung der Fachausschüsse des Stadtparlaments, werde eine Garage für Gerätschaften errichtet. Gesamtkosten: rund 300 000 Euro.

Vorbild für Laubach ist die 2005 gegründete und kreisweit einzige Produktionsschule in Heuchelheim. Auch am Abendstern, in einer ehmaligen Halle der Fa. Schneider, geht es darum, mit "produktionsorientierter Didaktik" jungen Menschen zu einem Schulabschluss beziehungsweise zur Ausbildungsreife zu führen. Adressaten sind vor allem Teenager, die es auf regulären Schulen nicht geschafft haben, sich dem regulären Schulbetrieb verweigern oder ihre Stärken in der Praxis haben. Im Vordergrund steht denn auch ein "Lernen über Produktionsprozesse" statt theorielastigem Regelunterricht. Ein "Mix aus Berufsschul-, Sonder- und Sozialpädagogik", wie Schmahl es formuliert.

Während am Abendstern der Schwerpunkt auf Holz- und Metallverarbeitung liegt, werden es in Laubach die Grünen Berufe und Hauswirtschaft sein. Um so, anders als in Heuchelheim, Angebote zu schaffen, die eher von Mädchen nachgefragt werden.

Maximal sollen in Laubach 40 Kinder ab Jahrgang 8 unterrichtet werden. Schätzt Schmahl, die grundsätzlich auf den Mehrbedarf dieser Angebote hinwies, der mit dem Trend zur inklusiven Beschulung einhergehe. Die Leitung der Produktionsschule - eine Kooperation von Kreis und staatlichem Schulamt - werde ebenso wie die "Diagnostik" der AFS Lich obliegen. Die Zuweisung zweier halber Sozialarbeiterstellen sei auf dem Weg, zunächst werde es nur vormittags Unterricht geben.

Für den Standort in Laubach gesprochen hat nach den Worten der Ersten Kreisbeigeordneten nicht nur die Anbindung an den ÖPNV (der Busbahnhof ist gleich nebenan), sondern auch die Möglichkeit einer Kooperation mit dem neuen Sozialzentrum Alter Bahnhof. Noch offen sei, ob der Kreis das Grundstück pachtet oder kauft.

Das Vorhaben stieß bei den Stadtverordneten auf breite Zustimmung. Beispielhaft sei Dr. Ulf Häbel (FW) zitiert: "Jeder einzelne Mensch, der dadurch einigermaßen lebens- und berufstüchtig wird, ist ein großer Gewinn für die Gesellschaft."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare