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Zeit der Vakanz ist vorüber

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Von: Thomas Brückner

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Das neue Jahr beschert der evangelischen Kirchengemeinde Grünberg einen Wechsel auf der Pfarrstelle II: Alexander und Isabelle Röhr folgen im Paulusbezirk auf Mareike und Lukas von Northeim. Und auch die »Neuen« werden sich die Stelle teilen.

Die Eheleute von Northeim waren erst 2016 in die Gallusstadt gekommen, hatten sich die Arbeit auf der Pfarrstelle II ebenso wie die Aufgaben in der Familie mit ihren zwei kleinen Kindern geteilt. Ein Modell, das nun in wesentlichen Bezügen seine Fortsetzung in Alexander und Isabelle Röhr findet. Im ersten Jahr werden sie abwechselnd in Elternzeit sein, um sich um die Kinder, drei Monate und drei Jahre alt, zu kümmern.

Also endet am 1. Januar ein Jahr der Vakanz im Paulusbezirk, den vertretungsweise Pfarrerin Cordula Michaelsen (Lardenbach) und Pfarrer Matthias Bink (Queckborn) übernommen hatten. Mit dem Kollegen Eberhard Hampel (Lutherbezirk/Kernstadt und Stangenrod-Lehnheim) sind somit alle Stellen für das rund 3600 Mitglieder zählende Kirchspiel Grünberg wieder besetzt.

Alexander Röhr wuchs in Groß-Umstadt auf, wo er auch seine ersten Berührungspunkte mit der evangelischen Gemeinde hatte. Bereits mit 19 wurde er in den Kirchenvorstand gewählt. Da zugleich Delegierter der Dekanatssynode, habe er Gelegenheit gehabt, die Kirche bereits sehr früh von innen kennenzulernen. Sicher habe diese Erfahrung den Berufswunsch Pfarrer mit beeinflusst (ursprünglich hatte Röhr Polizist werden wollen). Sein Theologiestudium absolvierte er erst in Frankfurt, dann in Leipzig. 2018 kehrte er für das Vikariat in die Mainmetropole zurück. Genauer in die Dankeskirchengemeinde in Frankfurt-Goldstein. Wo er rasch feststellte, dass sein Herz besonders an der Seelsorge hängt. Nicht minder Gestaltung von Gottesdiensten sowie Kasualien wie Taufen, Bestattungen bereiteten ihm Freude.

Besonderes Interesse, so Röhr, wurde in dieser Phase auch an der Frage geweckt: Welche Rolle spielt die Gemeinde im Sozialraum, heute und in Zukunft?

Nach seinem Selbstverständnis befragt, antwortet der 31-Jährige: »Mit Menschen Kirche und Gemeinde für Menschen gestalten, und zwar über die Mauern der Kirche und des Gemeindehauses hinaus. Sie auf einem Stück ihres Lebensweges begleiten zu dürfen und zu können, das erachte ich als besonders wertvoll am Pfarrerberuf.«

Zunächst möchte er seine neue Gemeinde intensiv kennenlernen: Wer sind die Grünbergerinnen und Grünberger, was treibt sie um und an, was erwarten sie von ihrer Kirchengemeinde, was wünschen sie sich auch?

Isabelle Röhr wuchs unweit von Bad Nauheim auf, ihre berufliche Zukunft sah sie lange in der Musik. Wie sie berichtet, hatte sie als getaufte Katholikin lange Zeit nur wenig Anknüpfungspunkte zur örtlichen Gemeinde. So habe es keine Angebote für die Jugend gegeben, habe der Pfarrer unnahbar gewirkt. Durch eine Freundin und evangelische Pfarrerstochter lernte sie eine andere Kirchenwelt kennen: »Kirche und Gemeinde kann Spaß machen, Freude bringen, Gemeinschaft bieten, ein Ort für das gemeinsame Leben und Erfahren des Glaubens sein.«

Morgen Vorstellung im Gottesdienst

Mit dieser neuen Perspektive begann sie das Studium der evangelischen Theologie in Frankfurt und Leipzig. Ihr Vikariat führte sie zur Gemeinde Frieden und Versöhnung in Frankfurt, wo sie die Arbeit im Pfarrteam als sehr gewinnbringend erachtete. Dass dies auch in Grünberg möglich sein werde, freue sie.

Isabelle Röhr ist es wichtig, mit offenen Ohren und Augen auf die Menschen zuzugehen und ihnen unvoreingenommen zu begegnen. »Eine Haltung, die uns Jesus gezeigt hat und durch die das Reich Gottes auch hier und jetzt schon zu sehen, zu hören und zu spüren ist.« Kirche, ist auch sie sich bewusst, befinde sich in einem tiefgreifenden Wandel. Davor könne man die Augen nicht verschließen, müsse viel mehr gemeinsam Wege finden, um weiter für die Menschen relevant zu bleiben. »Wir haben viel zu bieten, wir müssen dies nur wieder plausibel machen.«

Zurzeit befindet sie sich in Elternzeit. Ab März will sie in kleinem Umfang einsteigen, wohl im Bereich Gottesdienst. Ab Februar 2023 werden beide dann zu 50 Prozent arbeiten.

Für Ehemann Alexander beginnt der Dienst bereits in den nächsten Tagen, im Neujahrsgottesdienst (18 Uhr, Stadtkirche) wird er von Dekan Norbert Heide der Gemeinde vorgestellt. Für beide wiederum steht bereits zum 5. Januar der Umzug ins frisch sanierte Pfarrhaus der Schulstraße an,

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