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Zehn Löwen für den Landkreis

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Von: Constantin Hoppe

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Freude über die Löwen: Im Sporthotel Grünberg sind am Mittwoch Gaststätten aus dem Landkreis Gießen und aus dem Vogelsbergkreis durch »Hessen à la carte« zertifiziert worden. © Constantin Hoppe

Insgesamt vier Gaststätten aus dem Kreis Gießen sind von »Hessen à la carte« zertifiziert worden. Damit sind sie nun Mitglied der ältesten regionalen Qualitätsgemeinschaft, der Kooperation der hessischen Regionalküche. Ein wichtiges Zeichen, in der aktuell schweren Lage vieler Gastronomen.

Von der Ahle Worscht bis zur grünen Soße, vom heimischen Schnitzel bis zum Handkäs: Die hessische Küche ist regional, traditionell, innovativ und nachhaltig. Das gilt auch für die Restaurants im Landkreis Gießen.

Genau diese Attribute sind der Maßstab für die Auszeichnung mit einem Zertifikat von »Hessen à la carte« - einer Kooperation des Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen und des hessischen Tourismusverbandes. Gefördert wird die Kooperation durch das hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.

In den vergangenen Tagen gingen insgesamt zehn der begehrten Löwen - die Wertungseinheit der Zertifizierung - an Restaurants und Gasthäuser im Kreis Gießen. Eine große Auszeichnung für die Gaststätten, die derzeit vor großen Herausforderungen stehen.

Fragt man bei den Betreibern nach aktuellen Sorgen und Nöten, bekommt man häufig eine ähnlich lautende Antwort: »Es herrscht in der gesamten Branche eine große Unsicherheit aufgrund der Inflation und der steigenden Energiepreise«, sagt etwa Markus Müller, Inhaber des Landhauses Klosterwald in Lich. »Die Wellen, die den Betrieben entgegenschlagen, werden immer größer und man weiß nicht, wann man wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt.« Allerdings, auch das sagt Müller, sei bei ihm die Anzahl der Gäste noch gleichbleibend, von zurückhaltender Kundschaft merke er momentan noch wenig.

Gerade mit Blick auf die aktuellen Schwierigkeiten sei die Auszeichnung als Betrieb, der Wert auf Regionalität legt, aber enorm wichtig, meint Müller: »Die Regionalität ist heutzutage ganz wichtig. Davon profitiert nicht nur ein Unternehmen, sondern die ganze Region.« Wirtschaften und Zulieferer bauten sich gegenseitig auf. Zudem sind regionale Produkte energieeffizienter und somit ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.

Ganz andere Sorgen hat dagegen Marcus Geist, Betreiber des Restaurants Alte Klostermühle, die seit dem verheerenden Brand am 20. August geschlossen hat. Das Zertifikat ist ihm dennoch wichtig: »Uns bedeutet es viel, die Region zu stärken. Wir stecken deshalb viel Herzblut in das Thema Regionalität«, sagt Geist. Die Auszeichnung mit der Höchstwertung von drei Löwen erhält das Restaurant bereits zum zweiten Mal.

Das Zertifikat, auch das muss man zur Einordnung wissen, benennt allerdings nicht, wie gut im jeweiligen Restaurant gekocht, sondern nur, wie viel Wert auf die Regionalität der verwendeten Produkte gelegt wird. Dies spiegelt sich in der Anzahl von Löwen wider, die auf dem Zertifikat zu sehen sind.

Ausgezeichnet wurden am Mittwoch sechs Gaststätten aus der »Hessen à la carte«-Region Vogelsberg, drei aus dem Kreis Gießen, drei aus dem Vogelsbergkreis: Das Landhaus Klosterwald und die Alte Klostermühle in Kloster Arnsburg (je drei Löwen). Das Sporthotel Grünberg war in diesem Jahr erstmals bei der Zertifizierung dabei und erreichte aus dem Stand zwei Löwen. Weiterhin wurden das Landhotel Gärtner in Mücke, die »zweibar« Lauterbach und der Landgasthof Zur Post bei Grebenhain ausgezeichnet. Das Restaurant Hof Grass (Hungen) erhielt bereits vergangene Woche ein Zertifikat mit zwei Löwen.

Über 100 ausgewählte Restaurants und Gasthöfe aus den unterschiedlichen Regionen Hessens bilden Deutschlands älteste regionale Qualitätsgemeinschaft, die Kooperation der hessischen Regionalküche, die seit über 30 Jahren besteht. Die Mitgliedsbetriebe müssen sich dabei alle drei Jahre neu bewerten und zertifizieren lassen.

Die Zertifizierung bringt den Ausgezeichneten laut Stefan Brodt, Chefkoch im Sporthotel Grünberg, noch weitere Vorteile: »Es bildet sich dadurch ein Netzwerk«, sagt er. »Es führt dazu, dass man sich austauscht und in Kontakt bleibt. Das ist in der heutigen Zeit immer wichtig, da sich die Betriebe gegenseitig unterstützen.« Vorbei seien die Zeiten, in denen Gastronomen ihren Nachbarn die Kunden nicht gönnten. »Hat jemand ein Problem, zum Beispiel zu wenig Personal, dann sprechen wir miteinander. Man kann immer eine Lösung finden.«

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