Wohnungseinbrüche weiter rückläufig

  • Christoph Hoffmann
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Gießen(chh). Zwei Drittel aller im Landkreis verübten Straftaten entfallen auf die Stadt Gießen. Es gibt jedoch einen Deliktbereich, bei dem es genau anders herum verläuft: Wohnungseinbrüche. Laut der Kriminalitätsstatistik für 2019 hat die Polizei im vergangenen Jahr 280 Wohnungseinbrüche registriert. Das ist nicht nur ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2018 (364), sondern auch der niedrigste Wert seit zwölf Jahren.

Polizeipräsident Bernd Paul lobte bei der Präsentation vor allem die gestiegene Aufklärungsquote von 22,1 Prozent. "Das ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den Vorjahren."

Die positive Entwicklung sei vor allem auf die vielen polizeilichen Maßnahmen zurückzuführen. "Wir haben es den Einbrechern durch fortwährende Kontrollen und einer verstärkten Polizeipräsenz sehr schwer gemacht", sagte Paul. Darüber hinaus hätten viele Bürger das Angebot der kostenfreien kriminalpolizeilichen Beratungsstelle genutzt und ihre Häuser besser gegen unliebsame Gäste gesichert. "Dies wird auch dadurch bekräftigt, dass weiterhin fast die Hälfte aller Einbrüche im Versuchsstadium stecken bleiben", sagte Polizeipräsident Paul.

Die umliegenden Gemeinden stehen bei Einbrechern wegen ihrer Nähe zu Autobahnen und somit zu schnellen Fluchtmöglichkeiten hoch im Kurs. Doch die Flucht gelingt nicht immer. So hat die Polizei zum Beispiel zwei polnische Staatsangehörige nach einem Fall von "Homejacking" festgenommen. Ihnen konnte nachgewiesen werden, dass sie mehrfach in Wohnhäuser eingedrungen waren und dort die Schlüssel der vor der Tür geparkten Fahrzeuge gestohlen hatten. Eine Bande um drei albanische Asylbewerber ging der Polizei ebenfalls ins Netz. Auch ihnen konnten gleich mehrere Taten nachgewiesen werden.

Gesunkene Fallzahlen und eine gestiegene Aufklärungsquote können die Ermittler nicht nur bei den Wohnungseinbrüchen verzeichnen. Auch Geschäftseinbrüche sind 2019 auf den geringsten Wert seit über einem Jahrzehnt gefallen. Von den im Landkreis erfassten 238 Taten (Stadt Gießen: 147) konnte fast jede dritte aufgeklärt werden.

Auch die Gewaltkriminalität (Tötungsdelikte, Vergewaltigungen, Raub sowie die gefährliche und schwere Körperverletzung) hat abgenommen, die Aufklärungsquote liegt bei 83,7 Prozent.

Mehr Sexualdelikte

Gestiegen sind hingegen die Sexualdelikte, und zwar von 34 auf 44 Taten im Landkreis.

Insgesamt zählt die Polizei für den Landkreis 13 212 Straftaten, wobei ausländerrechtliche Verstöße wie illegale Einreisen nicht in die Erhebung einfließen. Im Vorjahr waren es 13 933 Taten gewesen.

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