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Favorit für den Wohnmobilstellplatz: die Wiese unweit des Laubacher Schlossparks.

Wohnmobile statt Hundewiese

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Laubach (tb). Bald zwei Jahre ist es her, dass Laubachs Stadtparlament 50 000 Euro in den Haushalt einstellte, auf dass auch diese Kommune einen Stellplatz für Wohnmobile bekomme. So wie etwa Grünberg, mit dem man sich traditionell um Platz eins bei den Übernachtungszahlen streitet; zumindest auf die Kreisgemeinden bezogen. Seit geraumer Zeit läuft die Suche nach dem besten aller Standorte, gleich mehrere wurden zwar ins Auge gefasst, um am Ende jedoch wieder verworfen zu werden. Zwar noch nicht am Ziel, gibt es jetzt zumindest Bewegung in der Wohnmobil-Frage: Die Verwaltung prüft, ob die im Vorjahr als Hundewiese vorgesehene Fläche unweit des Schlossparks genutzt werden kann - und zuvörderst, was das Herrichten der Wiese kosten würde. So das kurzgefasste Ergebnis der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten.

Die Vorgeschichte: Im Mai hatte die SPD einen Antrag eingebracht, mit dem die Genossen die damals von der Stadt favorisierte Rampe am alten Bahnhof verhindern mochten. Zu laut sei der Standort an der Straße, der Festplatz "Helle" sei besser geeignet, da auch näher an der Innenstadt. Auch wandte man sich gegen den geplanten Betrieb in privater Regie durch den neuen Eigner des Campingplatzes, da mit vergleichsweise hohen Kosten für die Camper verbunden.

Im August dann - zwischenzeitlich war die Verwaltung auf Anraten eines Fachunternehmens von der als zu klein erachteten Fläche am Bahnhof abgerückt - beriet der Hauptausschuss aufs Neue die "Stellplatz-Causa". Ergebnis: Bürgermeister Peter Klug erhielt als Hausaufgabe, weitere Alternativen prüfen zu lassen. Allerdings in Innenstadtnähe, nicht "jwd", wie beim Caravanpark der Fall, der zu diesem Zeitpunkt neuer Favorit der Verwaltung war.

Entsorgungsstation zu teuer?

Der vorläufig letzte Akt ging in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten über die Bühne: Beschlossen wurde ein Änderungsantrag des Mehrheitsbündnisses aus CDU und Freien Wählern zur skizzierten SPD-Vorlage. Somit rückt die städtische Wiese unterhalb des Ramsberges in den Fokus.

Wie Bürgermeister Klug auf Anfrage erläuterte, sei als erstes zu klären, was das Auffüllen und Befestigen der Fläche, wenn auch nur mit einer wassergebundenen Decke, kosten würde. Kein Problem sei dagegen die Infrastruktur: Strom-, Wasser- wie auch Kanalanschluss gebe es in der Nähe. Freilich, so Klug unter Hinweis auf Probleme anderenorts mit der Unterhaltung sowie ob der hohen Ausgaben, sollte man abwägen, ob eine Entsorgungsstation sein müsse. Bleibt also abzuwarten, was die Kostenermittlung ergibt. Konkret: Ob die etatisierten 50 000 Euro reichen beziehungsweise für wie viele Stellplätze. Die Summe steht wie erwähnt im Haushalt 2018 bereit; der aktuelle Etat ist noch nicht genehmigt, soll es aber in Kürze sein. Klug: "Wir warten stündlich darauf."

Schon länger warten jene Laubacher, die sich für die Anlage einer sogenannten Hundewiese einsetzen. Nach einigen Diskussionen hatte sich das Stadtparlament im Vorjahr für jene Fläche entschieden, die jetzt Wohnmobilstellplatz werden soll. Allerdings, so wieder Klug, habe es Beschwerden von Anwohnern gegeben, die eine Lärmbelästigung fürchteten. Als Alternative bringt die Verwaltung nun eine Wiese am Caravanpark ins Gespräch, wartet zunächst jedoch auf das Votum des Ortsbeirates. Fraglich erscheint insbesondere, ob der gut einen Kilometer lange Weg bis zum Campingplatz akzeptiert wird - klar, nicht von den "Wauwaus" selbst, eher von ihren Herrchen und Frauchen.

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