Woher kommt die Milch?

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Woher kommt die Milch, wie wird sie zu Joghurt und aus was ist eigentlich ein Schnitzel? Die Antworten scheinen so einfach – und sind doch so schwer. »Bauernhof als Klassenzimmer« heißt eine Initiative, die das ändern will. Landrätin Anita Schneider besuchte mit dem Hofgut Friedelhausen einen von sechs Betrieben, die sich im Landkreis an dieser Initiative beteiligen.

Woher kommt die Milch, wie wird sie zu Joghurt und aus was ist eigentlich ein Schnitzel? Die Antworten scheinen so einfach – und sind doch so schwer. »Bauernhof als Klassenzimmer« heißt eine Initiative, die das ändern will. Landrätin Anita Schneider besuchte mit dem Hofgut Friedelhausen einen von sechs Betrieben, die sich im Landkreis an dieser Initiative beteiligen.

Mit diesem Engagement von Landwirten und Höfen wird es ermöglicht, Kindern und Jugendlichen einen Einblick in die landwirtschaftliche Produktionsweise zu geben. Damit wird ihnen auch ein bewussterer Umgang mit Nahrungsmitteln nahegebracht. »Wenn junge Menschen vor Ort selbst die Ställe oder Felder erkunden, Tiere beobachten und bei der Produktion soweit wie möglich mitarbeiten, erweitert sich das Wissen um Produktionsweisen fast spielerisch«, sagte Schneider.

Mehr als nur Biologie

Mit der Landrätin sind zehn Vorschulkinder der »Mikita Kinderlachen« aus Mainzlar mit Kita-Leiterin Sandra Stein und zwei Müttern zu Gast. »Im vergangenen Jahr kamen 63 Gruppen zu uns auf das Hofgut Friedelhausen«, erklärt Betriebsleiterin Bettina Brandt. Meistens verbringen die Gruppen zweieinhalb Stunden auf dem Hof: »Die meisten haben leider nicht mehr Zeit.«

Jeder teilnehmende Betrieb an dem Projekt »Bauernhof als Klassenzimmer« hat ein individuelles Konzept. Auf Friedelhausen beinhaltet ein Besuch die Erkundung der Landwirtschaft mit Milchvieh, Schweinen sowie Hühnern und Gänsen, ein Besuch im Garten und die Besichtigung der historischen Burg. »Die Kinder und Jugendlichen erleben die bäuerliche Arbeits- und Lebenswelt mit allen Sinnen und erhalten einen Einblick in die Herstellung vieler vertrauter Lebensmittel«, erklärt die Leiterin.

Bei einem Picknick können die leckeren Sachen aus hofeigener Produktion probiert werden. Im Brotkorb sind Brötchen, Butter, Käse, Wurst und Gemüse, dazu gibt es Kakao oder Milch, frisch von Kühen. Die Führungen kosten sechs Euro pro Teilnehmer – inklusive Verpflegung. Interessant sind die Besuche nicht nur für kleine Gäste. »Das Thema Landwirtschaft betrifft ja nicht nur Biologie, sondern auch Gesellschaftskunde oder Ethik«, erklärt Bettina Brandt. Die Landrätin sagte, sie könne Lehrkräften nur empfehlen, dieses Angebot zu nutzen, »damit Kinder und Jugendliche wieder ein Gespür dafür bekommen, woher das Essen stammt«.

Die Initiative »Bauernhof als Klassenzimmer« ist ein Angebot des Verbraucherschutzministeriums, des Kultusministeriums und des Bauernverbandes in Hessen. »Die Kinder und Jugendlichen erfahren aus erster Hand, wie Getreide, Kartoffeln oder Zuckerrüben von der Saat bis zur Ernte angebaut und wie Tiere gehalten werden«, erläutert Margot Schäfer, Leiterin der federführenden Abteilung für den ländlichen Raum des Lahn-Dill-Kreises. Die Landwirte zeigen, wie die Ursprungsprodukte der Lebensmittel auf dem Bauernhof erzeugt werden. »Wir freuen uns, wenn noch mehr landwirtschaftliche Betriebe ihre Hoftore für den Besuch von Kindern öffnen würden«, erklärte Schäfer.

Weitere Informationen stehen unter www.bauernhof-als-klassenzimmer.hessen.de, Interessierte können sich zudem an Jutta Garth vom Lahn-Dill-Kreis wenden, Telefon 0 64 41/407-17 62, E-Mail: jutta.garth@lahn-dill-kreis.de. (Foto: pm)

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