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Die Wißmarer "Hanjer" und das außerplanmäßige Läuten

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Das war mal eine seltene Gelegenheit - besonders für kleine Leute - in Wißmar ganz hoch hinaus zu kommen. Verbunden war das mit einer Besichtigung des Turms der evangelischen Kirche. 35 Meter hoch ist der Kirchturm, der 1863/64 aufgestockt wurde, weil angeblich die Wißmarer mit der vorherigen Konstruktion wegen der geringeren Höhe nicht zufrieden waren. Längst aber sind die "Hanjer" stolz auf ihr im klassizistischen Stil in den Jahren 1828 bis 1830 erbautes Gotteshaus.

Bequem kommt man bis zu den drei Glocken, weil die einzelnen Fackwerkstockwerke sehr geräumig sind. Wer in Wißmar noch rätselt, warum am Sonntag um 15.46 Uhr plötzlich in unregelmäßigen Abständen das Geläut ertönte, dem sei gesagt: Es lag nicht am Klöppel, sondern an einem Gummihammer, der sich in der Hand von Pfarrerin Alexandra Hans befand. So konnten man die Tonarten der Glocken auch in angenehmer Lautstärke genießen, was knapp zehn Minuten später beim Vier-Uhr-Schlagen vielleicht zu Hörschäden geführt hätte, wäre man direkt bei ihnen gestanden. Zu sehen waren auch Löcher in den Holzböden, die noch das einzige Relikt sind, was darauf hindeutet, dass sich hier die Technik geändert hat und die Glockenseile modernem Antrieb wichen. (m/Foto: m)

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