Das Gefahrenabwehrzentrum an der Straße Stolzenmorgen im früheren US-Depot in Gießen - ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Landkreis. FOTO: MÖ
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Das Gefahrenabwehrzentrum an der Straße Stolzenmorgen im früheren US-Depot in Gießen - ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Landkreis. FOTO: MÖ

Es wird teurer

  • Rüdiger Soßdorf
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Gießen(so). Der Neubau von Feuerwehr und Katastrophenschutz am Gießener Stolzenmorgen, ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Landkreis Gießen, wird teurer als geplant. Am Dienstag hat der Finanzausschuss des Kreistags Mehrkosten von rund 3,2 Millionen Euro abgesegnet. Heute Abend wird die Kostensteigerung Thema in der Gießener Stadtverordnetenversammlung sein. Auch dort, so steht es zu erwarten, wird die Hand für die Mehrausgaben gehoben. Denn ein Zurück gibt es bei diesem Projekt, das bald zur Hälfte fertig ist, nicht mehr. Etwa zwei Drittel der Arbeiten sind gelaufen beziehungsweise vergeben; das letzte Drittel geht auf den Weg.

Aus geplanten 32 Millionen Euro Gesamtkosten werden jetzt gut 35,2 Millionen.

Ob das allerdings alles ist, das wird man sehen, wenn das letzte Drittel der Arbeiten ausgeschrieben worden ist. Und: In den 35 Millionen Euro sind die Grundstückskosten nicht eingepreist.

Die Kostenverteilung zwischen Stadt und Landkreis Gießen sieht folgenden Schlüssel vor: Der Kreis trägt 46 Prozent der Baukosten, die Stadt Gießen 54 Prozent. Das heißt für den Landkreis konkret: Waren mit dem Haushaltsplan 2020 bereits 16,75 Millionen Euro bereitgestellt, so wird diese Summe nun auf 17,12 Millionen Euro nach oben korrigiert. 2021 werden vom Kreis also weitere 371 000 Euro zur Verfügung gestellt. Für Landrätin Anita Schneider ist derweil klar, bei dem Projekt funktioniert die Planung. Die Mehrkosten liegen nicht an unzulänglicher Kalkulation vorab, sondern sind der Situation am Markt geschuldet. "Die Kostensteigerungen sind maßgeblich zurückzuführen auf den gegenwärtigen Marktpreis", sagte Schneider am Dienstag im Finanzausschuss, der anstelle des Kreistags zusammentrat und die zusätzlichen Mittel bewilligte.

Angespannte Marktlage

Allein Heizung/Lüftung/Sanitär kommen derzeit rund 1,5 Millionen Euro teurer. Weitere anderthalb Millionen Mehrkosten stecken in Rohbau, Zimmererarbeiten, Dach, Metallbau etc.

Der Generalplaner spricht von einer "angespannten Marktlage" und von Kostensteigerungen etwa bei den Stahlpreisen um bis zu zehn Prozent. Die augenblickliche Marktlage lasse eben ein hohes Preisniveau zu. Bei den Angeboten zeigten sich hohe Aufschläge beim Materialeinkauf und den Arbeitslöhnen.

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