Wer wird "Feuerwehr der Zukunft 2019"?

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Gießen (pad). Vier Feuerwehren kämpfen in diesem Jahr um den Titel "Feuerwehr der Zukunft". Bereits zum neunten Mal richten der Kreisfeuerwehrverband und die Stadtwerke Gießen gemeinsam den Wettbewerb aus. Ziel ist dabei, Projektideen zu sammeln und bekannt zu machen, von denen Feuerwehren im gesamten Landkreis und darüber hinaus in Zukunft profitieren können. Am Montagabend präsentierten die vier Finalisten ihre Projekte der Jury. In dieser sitzen neben Vertretern des Kreisfeuerwehrverbandes und der Stadtwerke unter anderem Landrätin Anita Schneider und ein Vertreter der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Die Freiwillige Feuerwehr Nieder-Bessingentritt mit der Blaupause für einen "Tag der Feuerwehr" an. Das Konzept unter dem Titel "Vergangenheit trifft Zukunft" entstand, als die Feuerwehrleute den bisherigen Unterstand für die alte Löschspritze und weitere Gerätschaften räumen mussten. Im Rahmen eines Tags der offenen Tür sollten diese den Besuchern präsentiert und im Einsatz vorgeführt werden. Vier Mann und viel Muskelkraft brauchte es, um mit der Löschspritze zu pumpen. Gleichzeitig wurde moderne Technik - etwa der Einsatz unter Atemschutz oder die Licher Drehleiter - demonstriert. Das Ergebnis: Neben viel Lob aus der Bevölkerung gab es ein neues Mitglied für den Förderverein, zwei für die Jugendfeuerwehr sowie zwei Interessenten und ein neues Mitglied für die Einsatzabteilung.

Die Freiwillige Feuerwehr Krofdorf-Gleibergsaniert ein altes Feuerwehrfahrzeug, Baujahr 1964. Dieses trägt den Namen "Frankfurter", da es zunächst 20 Jahre bei der Flughafenfeuerwehr stationiert war, bevor es ins Gleiberger Land umzog. 1998 wurde es in die ungarische Partnergemeinde Zsambek weitergegeben, wo es bis 2016 in Dienst stand. Danach wurde es zurückgeholt. Der Zahn der Zeit und vor allem der Rost haben dem Feuerwehrauto stark zugesetzt. Der Feuerwehrverein entschied sich, den Oldtimer grundlegend zu sanieren. Rund 20 Personen aus allen Abteilungen - von der Jugendfeuerwehr bis zur Ehrenabteilung - haben in den vergangenen zwei Jahren bereits über 500 Stunden Eigenleistung in das Projekt gesteckt. Dies habe den Zusammenhalt in der Wehr gefördert. Die Feuerwehr Krofdorf-Gleiberg hofft, mit dem Oldtimer in Zukunft Werbung für die Feuerwehr machen zu können.

Die Langgönser Feuerwehrenschafften es mit ihrem Projekt bereits ins Fernsehen: Denn ein eigenes Stickersammelalbum zu einer Feuerwehr, das gab es noch nirgends. Auf den Abziehbildern waren die heimischen Einsatzkräfte und Jugendfeuerwehrleute sowie deren Autos zu finden. Vom 13. April bis 22. Juni waren die Sticker und die Sammelhefte in vier Rewe-Märkten erhältlich. Insgesamt 200 Hefte und 30 000 Sticker wurden verkauft, zwei Tauschbörsen organisiert. Abgerundet wurde das Projekt dadurch, dass man die Idee einer Feuerwehr aus dem hohen Norden übernahm und an alle Haushalte sogenannte Löschkübel verteilte. Mit diesen - so der ironische Hinweis - sollten die Bewohner eine Eimerkette bilden, falls es irgendwann keine freiwilligen Feuerwehrleute mehr gibt. Die Aktion zahlte sich aus: Es gab einige Interessenten, von denen nun vier in die Einsatzabteilungen eingetreten sind. Zudem haben die Fördervereine 40 neue Mitglieder gewonnen.

Mit der "Bereitstellungsplane" schickt die Feuerwehr Lollarein Projekt ins Rennen, was die Arbeit der Einsatzkräfte erleichtern soll. Damit sich bei einem Unfall die helfenden Trupps am Auto auf ihre Arbeit konzentrieren können, legen ihnen die anderen Feuerwehrleute die Werkzeuge und Hilfsmittel auf einer Plane einige Meter entfernt griffbereit hin. So müssen sie nicht für jedes Teil zum Auto rennen, und die Sachen liegen auch nicht im Dreck. Im Handel gibt es bereites Planen, auf denen aufgedruckt ist, was dort liegen soll. Blöd nur, wenn die Feuerwehr diese Geräte gar nicht hat. Zudem haben die Lollarer festgestellt, dass meist nicht die Werkzeuge als Erstes bereitgelegt werden, welche die Helfer direkt am Auto sofort brauchen. Also haben sie ihre Plane farbig in drei Zeitabschnitte gegliedert. Mit bunten Aufklebern auf den Werkzeugen sehen nun auch Neulinge sofort, welches Werkzeug sie vom Auto holen und wo sie es hinlegen müssen.

Die Jury wird im November nochmals zusammenkommen, um abschließend über die Wettbewerbsbeiträge zu beraten. Am Montag, 9. Dezember, wird verkündet, wer 2019 "Feuerwehr der Zukunft" wird.

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