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Die vor 120 Jahren erbaute Volksschule in Launsbach.

Was wird aus der alten Schule?

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Welche Zukunft ist der einstigen Volksschule von Launsbach beschieden? Die Gemeinde denkt über einen Verkauf nach. Doch im Dorf regt sich Widerstand.

1896/97 wurde die Schule in Launsbach an der Gießener Straße/Ecke Ludwig-Rinn-Straße erbaut. Bis 1955 lernten die Launsbacher Kinder dort Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Klassensäle waren im Erdgeschoss; im Obergeschoss die Lehrerwohnung. Ingrid Hofmann von der Launsbacher Heimatstube weiß es noch genau, wenngleich sie zum ersten Jahrgang gehört, der dann Mitte der 1950er Jahre in der "neuen" Schule am Volpertstriesch eingeschult und unterrichtet wurde. Doch der alte Backsteinbau ist Hofmann gut vertraut, ging sie in den späteren Jahren dort immer wieder ein und aus. Als Ingrid Hofmann vor ein paar Monaten erfuhr, dass die Gemeinde das Gebäude verkaufen will, sagte sie spontan: "Das darf nicht sein!" Die Verkaufspläne bestätigt Bürgermeister Thomas Brunner, schränkt allerdings ein: Nicht um jeden Preis. Vor allem hängt es von dem Nutzungskonzept ab, das ein potenzieller Erwerber vorlegt.

Unterschriftensammlung läuft

Hofmann hat unterdessen gemeinsam mit Heidi Kausch und Helga Roos eine Bürgerinitiative in Launsbach gegründet: Die drei Damen sammeln Unterschriften und fordern: Die Schule soll im Besitz der Gemeinde bleiben! Sie sehen nicht unbedingt die Notwendigkeit für die Gemeinde, sich von dem denkmalgeschützten Gebäude zu trennen. Wettenberg ist eine reiche Gemeinde, könnte durchaus Geld in die Hand nehmen, um die anstehenden Sanierungen selbst zu stemmen, meint Hofmann. Wobei die Arbeiten mehr umfassen als frische Farbe: So ist das Dach wohl nicht mehr ganz dicht, das Treppenhaus muss gemacht werden…

In Wettenberg sind Sozialwohnungen respektive bezahlbarer Wohnraum Mangelware; hier könnte die Gemeinde etwas tun und die Wohnungen im Obergeschoss der "Alt Schul" herrichten und günstig vermieten. Das Untergeschoss könnte weiter gewerblich vermietet werden, könnte angesichts der zentralen Lage vielleicht einen Begegnungsraum für die Menschen im alten Dorf bieten - oder es könnten auch da Wohnungen entstehen. Nur: Werden mehr Wohnungen geschaffen, braucht es auch mehr Parkplätze. Nur wo? Das Grundstück ist schmal, hat alten Baumbestand. Bislang ein schöner grüner Tupfer im Dorf. Zu prüfen ist, welche Spielräume der Denkmalschutz einräumt und wie sich dies auf Sanierungskosten auswirkt.

Sicherlich gebe es dann noch einiges mehr an Ideen, sagen Hofmann und ihre Mitstreiterinnen. Nur: Um diese umsetzen zu können, wäre es gut, wenn die Kommune die Hand drauf hat. Ist das Gebäude erst einmal verkauft, dann sei doch offen, was ein neuer Eigentümer damit macht. Dessen ist man sich auch bei der Gemeinde bewusst.

Bürgermeister Thomas Brunner erläuterte dieser Tage im Bauausschuss, der unter Vorsitz von Jürgen Quurck (Grüne) tagte, man erwarte von einem potenziellen Käufer vorab ein Konzept. Davon hänge ab, ob man dem Verkauf nähertrete oder nicht. "Die Gemeinde ist nicht gezwungen zu veräußern", bekräftigt der Bürgermeister. Vorgaben mache man allerdings nicht: Insofern sei es völlig offen , ob es dort künftig eine Wohnnutzung, Gewerbe oder eben einen Mix aus beidem geben könne. Vorstellungen und Angebote von Kaufinteressenten sollen dann jedenfalls im Bauausschuss beraten werden.

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