Florian Kuhn (l.) und Alexander Kapp ausgestattet vor dem Gießener Stadttheater: "Es ist cool, wenn du die Leute, mit denen du zusammenarbeitest, kennst." FOTO: PM
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Florian Kuhn (l.) und Alexander Kapp ausgestattet vor dem Gießener Stadttheater: "Es ist cool, wenn du die Leute, mit denen du zusammenarbeitest, kennst." FOTO: PM

"Wir wollen polarisieren"

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Mit der "Marketingmafia" gründen der 38-jährige Alexander Kapp, Chef des Muskelkater, und der 36-jährige Florian Kuhn, Notfallsanitäter aus Pohlheim, ein heimisches Start-up-Unternehmen. Beide wollen "heimische Marken emotional aufladen".

Zwei Pohlheimer vermarkten Gießens Unternehmen ab sofort "mafiamäßig". Mit der "Marketingmafia" wollen sich der 38-jährige Alexander Kapp und der 36-jährige Florian Kuhn, von "üblichen Agenturen abgrenzen" (Kapp) und sich ein zweites wirtschaftliches Standbein aufbauen.

"Ich würde das Marketing, das beim Muskelkater (Fitnessstudio in Gießen, Anm. d. Red.) in den letzten Jahren sehr gut funktioniert hat, gerne auch für andere Gießener Unternehmen übernehmen und ihnen unter die Arme greifen", erklärt Kapp, der das Fitnessstudio in der Siemensstraße 2008 übernahm, Stück für Stück ausbaute und die Studiofläche so unter anderem vervierfachte.

Mit der "Marketingmafia - ehrlich, loyal und alles legal" wollen sich Kapp und Kuhn nun selbstständig machen und ihre Liebe zur Region zeigen.

Während Kapp in Holzheim groß wurde, wuchs Kuhn in Watzenborn-Steinberg auf. "Wir sind einfach der Flo und der Alex aus der Region", sagt Hobby-Fotograf Kuhn, der in der Zeit von 2016 bis 2020 die Medienarbeit für den FC Gießen bzw. dessen Vorgängerverein SC Teutonia Watzenborn-Steinberg in der Fußball-Regionalliga übernahm und derzeit als Notfallsanitäter beim Roten Kreuz in Gießen tätig ist.

"Wir haben beide schon ein wirtschaftliches Standbein, wollen die Marketingarbeit trotzdem professionell angehen", sagt Kapp. "Das nimmt uns den Druck, alles vermarkten zu müssen. Wichtig ist, dass die Chemie stimmt - nur dann können wir das auch ehrlich verkaufen."

Das Duo will "Gießener Marken emotional aufladen", wie es Kapp formuliert. "Am meisten Spaß machen Social-Media-Kampagnen zu bestimmten Themen. Welches Ziel hat man, welches Gefühl will man vermitteln? Bilder machen, Logo gestalten, Flyer produzieren, Homepage designen. Das Wichtigste ist, dem Unternehmen vom Image her eine Seele zu geben."

Kuhn schildert: "Ich bin vor einigen Monaten wieder von Marburg nach Gießen gezogen und fühle mich heimisch. Es gehört alles dazu, vom Elefantenklo bis zur Weststadt. Wir freuen uns, wenn wir Gießener Unternehmen pushen und irgendwann sagen können: Diese Werbetafel haben wir in unserer Stadt erschaffen." Mit dem Begriff Marketingmafia polarisieren beide bewusst: "Das wollen wir, es ist wichtig aufzufallen."

Die Idee entstand im Frühjahr, angemeldet wurde das Gewerbe im Juni. "Die ersten Aufträge haben wir schon angenommen", sagt Kapp. "Wir sind davon überzeugt, dass das funktioniert." Mehrere Logogestaltungen für heimische Firmen haben sie bereits umgesetzt. "Wir investieren nicht nur Zeit, sondern auch Kapital: Logo patentieren, Slogan schützen lassen, Equipment wie Kamera, Laptops, Objektive, Speicherplatz."

Kapp, der im Muskelkater in Anlehnung an die Drei Schwätzer die "Drei Schwitzer" einführte: "Viele haben mich gefragt, warum ich keine Kette, keinen neuen Standort für ein zweites Fitnessstudio eröffne. Die Liebe zur Region hat dagegen gesprochen. Es ist cool, wenn du die Leute kennst. Mit der Stadt meint man die Menschen, zu denen man einen persönlichen Bezug hat. Wir wollen ihnen helfen, ihr Unternehmen besser zu vermarkten."

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