"Wir warten aufs Gutachten"

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Laubach(tb). Der erste Anlauf datiert auf den September 2018, doch auch im zweiten hat die SPD das Ziel nicht erreicht: Ihren Antrag, wonach der Bau eines Parkdecks in Laubachs Altstadt - vorzugsweise in Gestalt eines zweistöckigen Ausbaus des Parkplatzes Bahnhofstraße - zu prüfen wäre, hat das Stadtparlament mit breiter Mehrheit abgelehnt. Zur Begründung ihres Antrags verweisen die Genossen auf einen ebenfalls vor Jahresfrist gefassten Beschluss des Plenums: Als zentrales IKEK-Projekt soll der Marktplatz von Blechkarossen befreit werden. Damit den Geschäften keine Kunden verloren gingen, so die SPD, müsse Ersatz-Parkraum geschaffen werden.

"Das Grundstück in der Bahnhofstraße ist durchaus diskussionswürdig", gestand FW-Sprecher Dirk Oßwald den Kollegen zu. Doch zunächst gelte es, das Verkehrsgutachten abzuwarten (wegen der späten Etatgenehmigung erst vor einigen Wochen in Auftrag gegeben, die Red.). Nicht anders Börn Erik Ruppel (CDU): "Die Diskussion ist obsolet, das Gutachten Beschlusslage. Wir sollten nicht den vierten vor dem ersten Schritt machen. Ihr habt doch selbst fürs Gutachten gestimmt", rief er in Richtung der SPD. Eventuell brauche es ja gar kein teures Parkdeck. Sinnhaftigkeit und Bedarf des Gutachtens zog Horst Wagner (SPD) in Zweifel: "Was soll da schon herauskommen?" Ein Parkdeck würde die akute "Parkplatzmisere" in der Altstadt zumindest abschwächen. Für die vom Steuerzahler zu tragenden Kosten des Gutachtens von 45 000 Euro ("widersprechen Sie, wenn’s nicht stimmt!") könnte man zwei Parkplätze bauen. "Ständig verzögert sich das, wie lange sollen wir noch warten?", fragte ebenso SPD-Fraktionschef Roeschen.

Neues Bauen in der Kernstadt?

Die Antwort des Hauses aber fiel deutlich aus: Nein von allen anderen Fraktionen.

Gleiches veranlasste der Magistrat in Sachen Aufhebung Baugebietsplanung "Seefeld" (Ruppertsburg), Vor 15 Jahren bereits als Satzung beschlossen, hatte es doch kein Interesse an den bis zu 900 Quadratmeter großen Parzellen gegeben, weswegen die Stadt die Fläche von der Hessischen Landgesellschaft zurückkaufte. Dem Ansinnen des Magistrats, begründet auch mit dem obsoleten Zuschnitt der Parzellen, war der Ausschuss bereits nicht gefolgt, hatte im Verzicht auf ein genehmigtes Baugebiet keinen "Mehrwert" gesehen. Vor den Stadtverordneten avisierte Bürgermeister Klug eine "abgespeckte Variante". Mit Blick auf mögliche Reaktivierung der Horlofftalbahn könnte ein Baugebiet in Ruppertsburg doch richtig sein.

Bleibt also die neue Vorlage des Magistrats abzuwarten. Bereits auf dem Tisch liegt ein Änderungsantrag der FBLL. Danach würde der Aufhebungsbeschluss fürs "Seefeld" zurückgestellt, stattdessen für die Kernstadt die Planung eines Baugebiets in gleicher Größe angestoßen. FBLL-Sprecher Dirk Hofmann: "Eine Wohnhausbebauung mit Niedrigenergiehäusern KfW sollte noch vor Ablauf der IKEK-Bindungsfrist möglich sein." Um eine Genehmigung zu erreichen, schlägt die FBLL eine gleichzeitige bzw. spätere Aufhebung des B-Plans "Seefeld" vor. Zeitgleich sollte in Ruppertsburg mit der Planung eines kleingliedrigen Baugebiets mit maximal fünf Wohnhausparzellen begonnen werden.

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