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Perfekter Auftakt des Bluesfestivals: Phil Gates & Band.

"Wir sind Kult - und stolz darauf"

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Laubach (tb). Ehrliche, handgemachte Musik. Gruppen, die zu den renommiertesten ihres Genres zählen. Dazu die Kulisse eines wunderschönen Parks, vor 150 Jahren im Stile eines englischen Landschaftsgartens angelegt. Eindrücke, die regelmäßige Besucher des Bluesfestivals im Schlosspark zu Laubach kennen und rühmen. Nicht wenige kommen denn auch jedes Jahr wieder, manche gar seit der Premiere 1994 - sehr zur Freude der Stadt als Veranstalterin.

Seit gestern Abend haben alle, Stammgäste wie Newcomer, Gelegenheit, sich aufs Neue beeindrucken zu lassen. Die 26. Auflage von "Blues, Schmus + Apfelmus" läuft. Und diesmal unter ungewohnt idealen Wetterbedingungen.

Laubachs Bürgermeister Peter Klug wusste das in seiner Begrüßung zu schätzen: "Meistens hat es geregnet, erst das zweite Mal in zehn Jahren kann ich heute kurze Hosen tragen." Wesentlicher aber sein Hinweis auf die mittlerweile schon 25 Jahre währende Tradition dieses Events. Nicht zuletzt dank des kontinuierlich hohen Niveaus der Bands habe man sich unter Bluesfreunden aus der ganzen Republik einen Namen gemacht. Laubachs Rathauschef: "Wir sind Kult und stolz darauf!" - Zur traditionellen Eröffnung im "Zirkuszelt" betrat dann kurz darauf mit Phil Gates gleich ein echter Knaller die Szenerie: Der Gitarrist - in Chicago in eine Musikerfamilie hineingeboren und bereits mit acht Lenzen (auch) vom Blues inspiriert - kann auf eine Vielzahl von Auszeichnungen verweisen. Von seiner Virtuosität und Ausdruckskraft, auf der E- wie der Slide-Gitarre, durfte man sich nun auch in Laubach überzeugen. Starker Applaus war am Ende der Beleg: Phil Gates und Band traf den Nerv des Publikums.

Mundart, Oldtimer, Most

Wer es rockiger mochte, den zog es auf die Gelbe Pagode. Auf der Bühne unweit des südlichen Parkeingangs machten "Groovin’ Stuff" aus Troisdorf ihrem namensgebenden Anspruch alle Ehre. Staubtrockener, druckvoller Sound, der bei Klassikern wie "I ain’t askin’ for much" die Zuhörer in Bewegung setzte. Auch jene in der zu diesem Zeitpunkt bereits rund 20 Meter messenden Schlange an der Kasse.

Zum dritten Mal in Laubach, kann der Dresdner Andi Valandi längst auf eine Fangemeinde im unteren Vogelsberg zählen. Derber Blues, hoffnungsvolle Texte - Valandi und seine Combo erfüllten auch gestern Abend die Erwartungen, mindestens.

Sattsam bekannt: Dieses Festival steht zu den Wurzeln, zur Region. Dass die Macher den Akzent auf die hessische Nationalfrucht Apfel legen, ist ein klares Indiz dafür. Hinzu tritt die Mundart: Dafür gibt es eine eigene Bühne, die zum gestrigen Auftakt die Marburger Blueskapelle bespielte. Mundharmonika trifft hier auf Stromgitarre, Akkordeon, Schlagwerk, Bass - und auf Texte voller Lebensfreude.

Ob einem der Sinn nach euphorischer Stimmung oder nach dem originären Blues der Baumwollfelder steht, auch am Samstag und Sonntag werden die 25 Gruppen sicherlich für jeden Geschmack etwas bieten. Wem die Musik nicht genügt, der mag über den Apfel- und Bauernmarkt mit rund 50 Ständen schlendern. Der mag sich an der entspannten und familiären Atmosphäre erfreuen. Mag die Traktoren-Oldies bewundern oder beim Schaukeltern auf der Zunge verspüren, wie aus Äpfeln ein gar leckerer süßer Most wird.

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