Blick in den neuen, offenen Stall im Tierpark Klosterwald. Gerade auch in der Weihnachtszeit eine sicher zu Herzen gehende Szenerie. FOTO: GECK
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Blick in den neuen, offenen Stall im Tierpark Klosterwald. Gerade auch in der Weihnachtszeit eine sicher zu Herzen gehende Szenerie. FOTO: GECK

Der Winter kann kommen

  • Alexander Geck
    vonAlexander Geck
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Wegen der Corona-Pandemie konnte der Tierpark Klosterwald bei Lich erst im Mai öffnen. Verbunden damit waren erhebliche Einnahmeausfälle. Nun haben die Betreiber beschlossen, den Park erstmals auch den Winter über geöffnet zu halten. Aber: Das geht erst, wenn die vergangene Woche beschlossenen Beschränkungen wieder aufgehoben werden.

Äußerst wechselhaft ist derzeit das Wetter. Auf Sonnenschein folgt Regen. Vermehrt ist es nasskalt. Und das ist auch im Tierpark Klosterwald zu spüren. Die Wege sind teilweise etwas matschig. Eigentlich höchste Zeit, den Park für Besucher zu schließen. Eigentlich. Doch in Corona-Zeiten ist kaum noch etwas, wie es zuvor war.

Erstmals wird der Tierpark seine Pforten über den Winter nicht schließen. Grundsätzlich jedenfalls. Denn die aktuell verfügten Schließungen von Freizeiteinrichtungen gelten auch für den Tierpark. Die Betreiber hoffen, dass es nur den einen Monat andauert. "Sobald wir aufmachen dürfen, machen wir auch sofort wieder auf", meint Lydia Ebert.

Mit der danach hoffentlich möglichen Öffnung in den restlichen Wintermonaten gehe es darum, die durch den ersten Lockdown und die anschließenden Einschränkungen verursachten Einnahmeausfälle zu kompensieren, sagt Betreiber Roland Ebert. Und so hat er sich zusammen mit seiner Ehefrau Lydia einiges einfallen lassen, damit der Besuch direkt vor den Toren des Klosters Arnsburg auch bei widrigeren Bedingungen ein Erlebnis werden kann.

Es fängt mit im Wortsinne Grundlegendem an: Die matschigen Wege etwa werden bald der Vergangenheit angehören. Vor dem Gelände ist bereits ein riesiger Haufen mit Holzhackschnitzeln abgeladen, die ein bequemeres Gehen auf den Wegen ermöglichen sollen. Doch erst einmal muss das Laub von den Bäumen komplett abgefallen und eingesammelt sein. Erst dann kann das Aufbringen der Hackschnitzel beginnen.

Allerdings ist das nicht die einzige Neuerung. Um den Besuchern auch bei widriger Witterung den direkten Kontakt mit den Tieren zu ermöglichen, hat Ebert in den vergangenen Wochen mit seinen beiden Mitarbeitern einen offenen Stall samt Schiebetüren für die Alpakas, Ziegen und Esel errichtet.

Allein durch die Einnahmen hat man das nicht finanzieren können. Das sei allein durch die Spenden möglich gemacht worden, zeigt sich Lydia Ebert erfreut.

Gerade die Alpakas werden die Neuerung begrüßen, war doch ihr bisheriger Stall im Winter ein geschlossener. Nun haben sie freie Platzwahl. Auch einen Stall extra für die Ferkel haben die Männer gezimmert. Winterfest sind die Volieren der Vögel. Einige Exoten wie der Beo und der Papagei haben zudem Heizlampen und sind so für die besonders kalten Tage gewappnet.

Den Ausschlag für die Entscheidung, den Park grundsätzlich ganzjährig geöffnet zu halten, gab der Umstand, dass man ohnehin ständig vor Ort ist. "Die Tiere wollen jeden Tag fressen", so Ebert lakonisch. Man macht also aus der Not eine Tugend.

Für nächstes Jahr hat der Betreiber außerdem geplant, eine urige Grillhütte einzurichten. Dazu dient ein ehemaliges Gehege. Die Hütte soll mit ihrem großen Kamin den Besuchern Gelegenheit bieten, dort unabhängig von der Witterung kleinere Geburtstage zu feiern oder einfach gemütlich beisammen zu sitzen.

Hoffnungsfroh stimmt Ebert auch, dass die Tier-Tour-Tage für Kinder gut angelaufen sind, bei dem die Jüngsten mit allen Sinnen und mit pädagogischer Betreuung die Tierwelt erkunden können. Es herrscht also Zuversicht. Spenden sind aber nach wie vor willkommen. Man darf gespannt sein. Die Vorstellung jedenfalls, die Tiere des Parks bei Sonnenschein und frisch gefallenem Schnee besuchen zu können, ist sehr reizvoll.

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