Anlaufstelle für Migranten

Willkommenszentrum bündelt Angebote

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Gießen(pm). Der Landkreis hat seine Dienstleistungen und Beratungsangebote für Menschen mit Migrationshintergrund gebündelt: Das neue Willkommenszentrum in der Kreisverwaltung am Riversplatz ist nun zentrale Anlaufstelle für alle Anliegen rund um Aufenthaltsrecht, Arbeitsvertrag, Mietgesuche oder Praktika.

Das Zentrum im Gebäude B der Kreisverwaltung bietet neu gestaltete Schalter- und Beratungsräume mit barrierefreiem Zugang. Dabei profitieren die Kunden von der räumlichen Nähe der unterschiedlichsten Stellen und Beratungsangebote: Sowohl die Stabsstelle Flüchtlingswesen, die Ausländerbehörde, die Antidiskriminierungsstelle als auch die WIR-Koordination, die staatliche Rückkehrberatung und der Kreisausländerbeirat informieren hier Menschen in den verschiedensten Lebenssituationen. Auch der Sozialdienstleister European Healthcare und das Jobcenter bieten seit Mitte des Jahres regelmäßige Sprechstunden an.

"Wir nutzen gezielt Synergien, indem wir alle relevanten Anlaufstellen und Akteure an einem Ort platziert haben", erklärte Landrätin Anita Schneider. Von kurzen Wegen und Abstimmungen würden nicht nur die Menschen profitieren, die Rat und Hilfe suchen. "Für Menschen, die zum Beispiel neu in den Landkreis gekommen sind, möchten wir wirksame und rasche Hilfe beim Ankommen und Zurechtfinden bieten", sagte Integrationsdezernent Istayfo Turgay.

Die Publikumsfrequenz für die Ausländerbehörde ist groß. Sie registriert im Schnitt über 17 000 Termine jährlich. Kurze Kommunikationswege seien entscheidend, erklärt der Leiter des Stabs Flüchtlingswesen, Achim Szauter. "In unserem Arbeitsfeld müssen wir schnell auf die unterschiedlichsten Fragen, Situationen und Probleme reagieren können." Die Beteiligten hätten positive Erfahrungen mit der Bündelung gemacht. Beispielsweise können Dokumente nun innerhalb desselben Gebäudes weitergegeben werden. Die räumliche Nähe ermögliche auch einen effizienteren fachlichen Austausch.

Bei den Planungen für die Bündelung der Kompetenzen kam den Beteiligten die Erfahrung aus den Jahren 2015 und 2016 zugute, in denen die Unterbringung und Versorgung einer großen Zahl geflüchteter Menschen gemeistert wurde. Damals wurde der Stab Flüchtlingswesen des Landkreises Gießen gegründet.

Die Landrätin erinnert daran, dass der Landkreis in den vergangenen Jahrzehnten stets eine der ersten Anlaufstellen für Menschen war, die durch Konflikte oder auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen nach Deutschland kamen - so schon in den 90er Jahren Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem früheren Jugoslawien oder Spätaussiedler aus der Sowjetunion. Die Kreisverwaltung habe sich immer wieder auf diese neuen Situationen eingestellt und Lösungen gefunden.

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