Rainer Rau mit seinem neuen Thriller "Willenlos". FOTO: SO
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Rainer Rau mit seinem neuen Thriller "Willenlos". FOTO: SO

Willenlose Mordwerkzeuge

  • Rüdiger Soßdorf
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Er ist ein Hansdampf in allen Gassen: Weinhändler, Vereinsmensch, Hausmeister - und Autor. Jetzt legt Rainer Rau aus Bieber seinen neunten Thriller vor. "Willenlos" handelt von Verbrechen, die unter Hypnose begangen werden.

Gibt es das perfekte Verbrechen? Die Frage treibt Krimi-Fans ebenso um wie Polizisten und Staatsanwälte, Filmemacher oder Krimi-Autoren. Von den echten Verbrechern mal ganz zu schweigen.

Und eben Rainer Rau. Der Biebertaler hat jetzt ein neues Buch vorgelegt: Der Thriller "Willenlos" handelt von dem perfekten Verbrechen, das man unter dem Einfluss der Hypnose begehen kann.

Der Inhalt der vielschichtigen Story: Menschen werden zu willenlosen Mordwerkzeugen und verbreiten Angst und Chaos. Das ist der Plan des Mannes, der sich "der Magier" nennt. Er setzt Menschen unter Hypnose und lässt sie in seinem Auftrag Verbrechen begehen. Eine seiner wahnwitzigen Idee ist es, den Kölner Dom mit einer Sprengung zum Einsturz zu bringen. Weitere Zutaten der spannenden Geschichte: Ein pädophiler Bischof, der ebenfalls unter Hypnose zu einem ebenso spektakulären wie fatalen Schritt bewegt wird, sowie die Erpressung prominenter Persönlichkeiten.

"Es waren umfangreiche Recherchen notwendig. Das Gebiet der Hypnose kann einen schon in einen gewissen Bann ziehen", sagt Rau rückblickend. Das Schreiben der Geschichte selbst ging ihm schnell von der Hand. Die Recherche, um viele Details zu verifizieren, hat derweil Monate in Anspruch genommen. "Ich will in meinen Büchern weder sachlich-fachliche noch pädagogische Punkte setzen", sagt der 68-Jährige. Die Thriller sollen vor allem eines sein: Spannend. Wobei einerseits die fiktive Handlung eine große Rolle spielt, andererseits alle als Tatsachen zu lesenden Fakten stimmen, also gut recherchiert sein müssen.

Klar aber auch, dass geschilderte Verbrechen einzig und allein der Fantasie des Autors entsprungen sind und Rau damit zu keinem Zeitpunkt den Vorwurf erhebt, hier seien tatsächlich strafbare Taten begangen worden.

Seit nunmehr neun Jahren schreibt Rau Krimis und Thriller. Wobei er Wert auf die Feststellung legt, dass er "Autor" sei und nicht Schriftsteller. Die Unterscheidung, die er da für sich sieht, erklärt er so: "Ein Schriftsteller ist ein Schreiber, der dies als ernsthafte Berufstätigkeit betreibt und in den Literaturbetrieb eingebunden ist. Ich sehe es schon gar nicht als Berufung an. Es ist nur ein Hobby." Aber eines, dem er intensiv frönt. Denn "Willenlos" ist das mittlerweile neunte Werk von Rau. Acht der Thriller spielen in der Gegenwart. Einzig das Buch "Im Verlies der Burg" ist ein Ausflug in die Vergangenheit, es ist im Jahr 1621 angesiedelt.

"Ich habe bei jedem Krimi einen Leitfaden, der sich als Schwerpunktthema durch das ganze Buch zieht", sagt der Bieberer. "Um diesen herum baue ich meist eine grausame Mordgeschichte." Ihm ist dabei wichtig, dass das Leitthema Aktualität hat und lokal verortet ist. "Bei ›Mobbingjäger‹ etwa suchte ich mir für das Geschehen eine Polizeidienststelle aus, in der eine Polizistin gemobbt wird und sich dann das Leben nimmt." Mobbing, so sagt Rau, gebe es in den meisten größeren Firmen und Organisationen. Warum nicht auch in einem Polizeipräsidium? Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind derweil rein zufällig. "Schlüsselromane" schreiben will er definitiv nicht. Spielt die Geschichte in der Gegenwart, ist da besondere Sorgfalt geboten. Liegt eine (wenn auch fiktive) Handlung weit zurück, wie etwa im Dreißigjährigen Krieg, stellt sich diese Frage weniger.

Das erste Buch, "Hexen gibt es nicht", hat Rau noch unter einem Pseudonym veröffentlicht. Warum? "Das erste Buch war für mich Neuland, und ich war mir nicht sicher, ob es ein Erfolg sein würde", erinnert er sich schmunzelnd. "Eine Blamage wäre für mich unter Pseudonym leichter zu ertragen gewesen." Heute würde er nicht mehr unter anderem Namen schreiben.

Und das nächste Buch ist schon in Arbeit: Leitmotiv dort: Selbstjustiz. "Selbstverständlich gut in diverse Mord-attacken verpackt", sagt Rau.

Rainer Rau: "Willenlos", Heimdall Verlag, Rheine, 2020, ISBN 978-3-946537-64-9, 15,90 Euro

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