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Eiskalt erwischt: In der Antarktis, unweit der Südlichen Shetlandinseln, sichtete Hardee Neubert diese Gruppe Eselspinguine. FOTO: NEUBERT

Ab in die Wildnis

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Ferne Länder ganz nah: Hardee Neubert, Natur- und Reisefotograf aus Wetzlar, kommt mit seinem Multivisionsvortrag über Patagonien und die Antarktis am 9. Februar nach Steinbach. Möglich macht’s der örtliche Geselligkeitsverein "Edelweiß".

Sich selbst bezeichnet Hardee Neubert als Lebenskünstler. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert bereist der 64-Jährige die schönsten Wildnisse der Erde. Dabei hat er viele Bilder, Filme und Geschichten gesammelt, von denen er einige nun mit gleichgesinnten Weltenbummlern und Naturfreunden teilen möchte.

Neubert verbrachte insgesamt vier Monate in Patagonien und der Antarktis - "einem der extremsten Ziele des Planeten", wie er versichert. Einen umfassenden Eindruck davon kann man sich beim Multivisionsvortrag auf Großleinwand am Sonntag, 9. Februar, um 18 Uhr in der Dieter-Hahn-Turnhalle in Fernwald-Steinbach verschaffen, der dank einer Kooperation mit dem "Edelweiß - Verein für Geselligkeit" zustande kommt. So heißt es in Kürze: zurücklehnen und staunen.

Die Reise beginnt an den mächtigen Iguazú-Wasserfällen in Brasilien und führt danach in das Land der Winde, nach Patagonien. Nach den Papageien, Tukanen, Nasenbären und Kapuzineraffen treffen die Reisenden auf der Valdés-Halbinsel auf Seeelefanten, Magellan-Pinguine, Guanakos und Nandus. Die tierreiche Halbinsel liegt an der atlantischen Ostküste und ist erster Anlaufpunkt in Patagonien.

Auf der Westseite Argentiniens, an den Ausläufern der Anden, zählen der gewaltige Felsturm des Mount Fitzroy und die spektakuläre Gletscherlandschaft des Moreno-Gletschers zu den Höhepunkten. Danach führt die Tour zu einem landschaftlichen Highlight auf der chilenischen Seite Patagoniens, dem Torres del Paine Nationalpark. Atemberaubende Felsformationen, wilde Flüsse, Wasserfälle und eisige Seen mit bizarren Gletschern sind nur einige der Attraktionen dieser wundervollen Naturlandschaft, die Hardee Neubert mit seiner Kamera eingefangen hat.

Im äußersten Süden von Feuerland liegt die Hafenstadt Ushuaia. Von dort aus startet das Abenteuer Antarktis. Das Expeditionsschiff verlässt den Beagle-Kanal in Richtung der Falklandinseln. Die großen Brutkolonien der Albatrosse und Felsenpinguine sind neben den Caracaras die Höhepunkte der Anlandung.

Nach drei Tagen auf hoher See ist das raue Felsgebirge Südgeorgiens erreicht: Gletscher, schneebedeckte Berge und eine Königspinguinkolonie mit über 500 000 Tieren liefern spektakuläre Bilder. Buckelwale begleiten die Reisenden auf dem Weg in die Antarktis. "Wir passieren gigantische Eisformationen, erkunden mit kleinen Expeditionsbooten den Lebensraum der Zügel- und Eselspinguine und beobachten kämpfende Seeelefanten. Es fühlt sich an wie eine Landung auf einem anderen Planeten", beschreibt Neubert Details dieser Reise.

Vier- bis fünfmal im Jahr zieht es Neubert in die Welt hinaus: Mit "seinen Leuten" - das sind Gruppen à maximal acht Personen. Im Laufe von rund 25 Jahren hat sich ein Pool aus 30 bis 35 Reiselustigen entwickelt.

"Diese Reisen sind eigentlich ein Selbstläufer", bekräftigt Neubert gegenüber der GAZ. Fotografie, so berichtet der Wildnis-Guide, sei für ihn am Anfang nur ein Nebenprodukt seiner Reisen gewesen. "Bis ich gemerkt habe, die Leute wollen das sehen. Dann fing das mit den Vorträgen an." Diese Vorträge hat er zu einem zweiten Standbein ausgebaut - kein Wunder, kann er doch aus einem riesigen Fundus an Aufnahmen schöpfen. "Im Laufe der Zeit sind etliche Terabyte an Fotomaterial zusammengekommen", merkt er nicht ohne Stolz an.

Neubert konzipierte Vorträge für die Leica-Erlebnistage in Wetzlar, zeigte seine Aufnahmen in seinem ehemaligen Biergarten an der Lahn und später im ehemaligen "Harlekin"-Saal. Immer mehr Besucher kamen zu seinen Vorträgen, längst veranstaltet er heute seine eigenen Fototage.

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