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Jörg Sennstock (l.) informiert beim Rundgang über die Wiederaufforstung.

Wiederaufforstung im Schachbrettmuster

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Linden (lbh). Beim Rundgang durch den Lindener Wald am Montagabend machte Jörg Sennstock die Teilnehmer auf die problematische Lage in den Wäldern aufmerksam. Ausgehend von der Buswendeschleife im Tannenweg führte er die Gruppe zu einigen aufforstungsbedürftigen Abschnitten des Lindener Walds. Diese waren ein anschaulicher Platz für das Thema des Abends: die Auswirkungen des Klimawandels auf die heimischen Wälder.

Wie in vielen anderen Orten, hat auch in Linden insbesondere der Fichtenbestand in den letzten Jahren durch Pilz- oder auch Käferbefall sowie zu wenig Niederschlag massiv gelitten. In Linden sind auch mehrere Buchen von Pilzen befallen worden. Bislang habe es bei dieser Baumart keine flächendeckenden Ausmaße angenommen, sagte Sennstock, wodurch man darauf hoffen kann, dass sich die gesunden Bestände weiterhin halten.

Des Weiteren gibt es im Lindener Wald einen guten Kiefernbestand, der bislang gut dastehe. Bei Flächen, auf denen bereits keine Fichten mehr stehen, wird momentan versucht, mit verschiedenen Arten wieder aufzuforsten. Dazu gehören Flatterulmen, Eichen und Erlen, aber auch einige Fichten, um den Bestand zumindest etwas zu vergrößern. Geplant sei, kahle Flächen in einem Schachbrettmuster mit vielen verschiedenen Arten aufzuforsten, da man bisher noch nicht genau sagen könne, welche Baumarten den dauerhaften Temperaturanstieg durch den Klimawandel am besten vertragen werden. Auch ein oder zwei Grad Celsius in der Durchschnittstemperatur können dabei bereits einen Unterschied machen, so Förster Sennstock.

"Wir werden in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren richtig zu tun haben", sagte er. Im gesamten Landkreis stehen aktuell etwa 500 Hektar Waldfläche kahl. Linden stehe dabei, dank seiner verhältnismäßig feuchten Böden, mit knapp vier Hektar Kahlfläche noch relativ gut da. Anderen Wäldern gehe es schon deutlich schlechter. Das wichtigste sei, mit dem vorhandenen Wasser sinnvoll umzugehen, da es in den letzten fünf Jahren immer wieder Niederschlagsdefizite gegeben habe.

Kein großflächiges Spritzen

Auch zu Veränderungen in der Tierwelt sprach Sennstock. Durch die enorme Vermehrung des Eichenprozessionsspinners in den letzten Jahren müsse man für das kommende Jahr mit deutlich mehr befallenen Eichen rechnen. Öffentliche Orte in der Nähe von Waldgebieten, wie Kindergärten, Grillhütten oder auch Radwege, sollen nach Möglichkeit durch Spritzmittel oder ähnliches gegen den Eichenprozessionsspinner geschützt werden. Auf das Spritzen größerer Flächen müsse jedoch verzichtet werden, da dadurch zu viele Schäden angerichtet werden würden.

Zusammenfassend erklärte Jörg Sennstock, dass es dem Lindener Wald im Vergleich noch einigermaßen gut gehe und man nun darauf bedacht sei, ihn nach bester Möglichkeit zu erhalten, "damit auch kommende Generationen noch etwas davon haben". Auch Bürgermeister Jörg König nahm an der Begehung teil und informierte sich über die Lage im Forst.

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