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Dieter Preis mit den gesammelten Unterschriften vor dem vom Abbau bedrohten Geldautomaten der Volksbank Mittelhessen mitten in Treis. FOTO. KEH

»Wie David gegen Goliath«

Staufenberg (keh). Stolz präsentiert Stadtrat Dieter Preis 1117 Unterschriften, die er gegen den von der Volksbank angekündigten Abbau des Geldautomaten in Treis gesammelt hat. Darunter seien rund 500 von Mitgliedern der Volksbank Mittelhessen. Die Hälfte aller Treiser habe unterschrieben, zählt der Staufenberger Stadtteil doch etwa 2200 Einwohner.

Aber nicht nur das, auch einige Bürger aus Rabenau und des oberen Lumdatals haben unterzeichnet. Diese kommen auf der Durchreise am günstig an der Hauptstraße gelegenen Geldautomaten vorbei.

Preis hofft, durch die Petition die Verantwortlichen der Volksbank umstimmen zu können, den Selbstbedienungs-Automaten doch nicht, wie geplant, Ende Juni abzubauen. »Dass so viele Leute unterschrieben haben, muss den Bänkern doch zu denken geben«, sagt er.

Seit Anfang des Jahres hat der Stadtrat Tag für Tag alle Haushalte zu Fuß abgeklappert und über die Situation informiert. »Alle haben bereitwillig unterschrieben und hoffen, dass die Aktion etwas bringt.« Eine Liste liegt noch bei der evangelischen Kirchengemeinde aus, auch bei Preis persönlich kann man noch unterschreiben. Die Reaktion an den Treiser Türen war positiv. »Es kam nur Lob. Die Leute freuen sich, dass endlich mal jemand was für Treis macht«, sagt Preis. Der Ort leide zunehmend unter schwindender Infrastruktur.

Dennis Vollmer, Pressesprecher der Volksbank, erklärt, das Geldinstitut nehme die Unterschriften-Aktion natürlich zur Kenntnis. Er bestätigt jedoch, dass der Automat von weit weniger als 1000 Personen pro Jahr genutzt werde. »Ich bezweifle, dass die 1117 Leute, die unterschrieben haben, auch dort abheben«, sagt der Sprecher. Im Jahre 2018 seien etwa 14 000 Abhebungen durchgeführt worden, 2020 waren es nur noch 10 700. Der Abwärtstrend ließe sich über Jahre hinweg beobachten. Der Automat sei unter den zehn schlechtesten des Gebiets der Volksbank und solle deshalb abgebaut werden.

Preis will weiter kämpfen und dann zusammen mit Bürgermeister Gefeller, dem Seniorenbeirat und dem Behindertenbeauftragten die Listen übergeben. Seine Frau Regina urteilt: »Das ist wie David gegen Goliath, dieser Kampf.«

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