pad_Wettenberg2_270921_4c_2
+
...ebenso wie Marc Nees.

Wettenberger Wählerwanderung

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
    schließen

Wohin wandern die rund 2600 Wähler von Nickel und Heuser? Wem geben sie in vier Wochen ihre Stimmen? Die unterlegenen Kandidaten prüfen Wahlempfehlungen für die Stichwahl in Wettenberg.

Knapp 2600 Wählerinnen und Wähler haben Andreas Heuser und Philipp Nickel bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag ihre Stimmen gegeben. Wie werden sie sich in vier Wochen bei der Stichwahl entscheiden? Stimmen sie dann für den unabhängigen Wißmarer Kandidaten Marc Nees? Oder für den SPD-Mann Volgmann? Die beiden liegen mit ihren Ergebnissen dicht beieinander, gehen am 24. Oktober in den zweiten Wahlgang. 2500 Stimmen - knapp ein Drittel der Wähler vom Sonntag.

Nees und Volgmann werden sich um diese Stimmen bemühen (müssen), um die Wahl zu ihren Gunsten zu entscheiden. Auch wenn die Wahlbeteiligung in vier Woche mutmaßlich deutlich niedriger sein wird als die 78 Prozent vom Sonntag. Dann sind schnell auch wenige Stimmen ausschlaggebend.

Ob die unterlegenen Kandidaten Wahlempfehlungen aussprechen werden, das ist noch offen. Philipp Nickel kündigt an, er wolle sowohl mit Volgmann als auch mit Nees das Gespräch suchen. »Ich will schauen, wie sie bezüglich meiner Kernpunkte ticken«, sagt Nickel. Wenn sich dabei etwas herauskristallisiere, dann werde er über eine Wahlempfehlung nachdenken.

Nickel zeigt sich nicht enttäuscht und erinnert daran, dass es sein oberstes Ziel gewesen sei, einen Weg zur Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Wettenberg aufzuzeigen. Einen Königsweg habe er auch nicht. Aber es sei ihm gelungen, zeitgemäße Denkanstöße zu setzen. Das Einbinden jüngerer Generationen sei der entscheidende Faktor. Nickel: »Da es verantwortungslos wäre, Denkanstöße zu liefern und sich anschließend aus dem sprichwörtlichen Staub zu machen, werde ich weiterhin politisch aktiv bleiben. Wie und wo auch immer«. Aus der SPD wurde dies in den sozialen Medien gestern bereits positiv aufgenommen.

Andreas Heuser von der CDU hat bereits in der Wahlnacht eine Empfehlung angekündigt, aber offen gelassen, wie diese aussehen wird. Der Christdemokrat war sichtlich mitgenommen von dem Ergebnis, hatte er doch fest mit dem Einzug in die Stichwahl gerechnet.« Die Enttäuschung ist groß, riesengroß«, sagt er. Und kündigt an, er werde sich aus der Politik zurückziehen: Künftig werde er sich auf seine Familie und den Polizeiberuf konzentrieren. Für die Wettenberger Parteifreunde werde er weiter da sein - aber im Hintergrund.

Bei allem Frust über das Ergebnis spricht Heuser davon, mit sich im Reinen zu sein: »Ich kann in den Spiegel schauen und mich fragen: Habe ich genug gemacht in diesem Wahlkampf? Dann kann ich Ja sagen - mehr ging nicht!«

Heuser scheint es nicht gelungen, mehr als die CDU-Stammwählerschaft zu mobilisieren. Wobei auch die Frage zu stellen ist, ob er nicht in den unheilvollen Sog der schlechten Werte der Bundespartei hineingeraten ist.

Auch die FDP in Wettenberg, die sich für Heuser ausgesprochen hat, prüft nun eine neue Wahlempfehlung. »Wir werden nochmals auf die Programme der beiden Kandidaten schauen und dann entscheiden«, kündigt Gemeindeverbandsvorsitzender Jörg Guderian an.

Ralf Volgmann wird vier Wochen lang weiter wahlkämpfen…

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare