Burg Gleiberg ist als Wahrzeichen prägend für die Gesamtgemeinde Wettenberg.	FOTO: SO
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Burg Gleiberg ist als Wahrzeichen prägend für die Gesamtgemeinde Wettenberg. FOTO: SO

Wo wollen wir hin?

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Wettenberg (so). Wo wollen wir hin? Das ist die zentrale Frage. Ganz konkret: Wie soll Wettenberg in zehn Jahren aussehen und dastehen? Antworten darauf soll ein sogenannter Masterplan geben.

Das Entwicklungskonzept, vor Jahresfrist auf Initiative von SPD und Grünen in der Gemeindevertretung in Auftrag gegeben, soll die Bereiche Wohnen, Gewerbe, Verkehr, Natur und Wasser umfassen. Erarbeitet werden sollen Perspektiven und Strategien. Eigentlich sollte dies, so wie vor bald 20 Jahren im Agenda-Prozess, mit kräftiger Einbindung der Bürger geschehen. Doch das ist kurzfristig - coronabedingt - ausgesetzt worden. Also blieben die Kommunalpolitiker aus den Fachausschüssen für Bauen, Planen und Verkehr sowie für Infrastruktur und Gemeindeentwicklung am Donnerstagabend im Bürgerhaus Wißmar weitgehend unter sich. Der Experte für Städtebau von der THM, Prof. Alexander Pellnitz, stellte einen unter Projektleitung von Yannick Langer erarbeiten Entwurf vor. Der ist mit seiner Analyse und seinem Ausblick auf eine Gesamtentwicklung in erster Linie als Diskussionsgrundlage zu verstehen- und ist im Netz zu finden unter www.wettenberg.de . Anklicken, lesen und kommentieren ausdrücklich erwünscht. Dies ist die derzeit gewählte Form der Bürgerbeteiligung. E-Mails an den Vorsitzenden des Infrastrukturausschusses: ulrich.ellinghaus@vodafone.de .

Eine der von Pellnitz getroffenen Kernaussagen: Das Ortsbild ist eines der höchsten Güter, das die drei Wettenberg-Dörfer haben! Zuvörderst sei darauf zu achten, dass auch bei einer Weiterentwicklung Charakter und Identität der Dörfer gewahrt bleiben.

Was das u. a. heißt, das wird etwa in Krofdorf-Gleiberg bei der Frage der Sichtbeziehungen zur Burg deutlich: Welche Siedlungsentwicklung hat wo wie viel Einfluss auf Sichtachsen? Konkret: Was würde ein weiteres Bebauen des Augartens rechts der Straße bedeuten? Was eine Besiedlung des Seegartens? Des Professors Empfehlung: Da gehört bei allen Vorschlägen zur strategischen Entwicklung gerade für Gleiberg-Süd nochmals sehr genau hingeschaut.

Zudem rät Fachmann Pellnitz, neben der klassischen Bauleitplanung Gestaltungssatzungen für die Dörfer zu entwickeln. Eben um zu regulieren, was wo möglich ist - und was eben nicht. Mit diesem Instrument soll verdeutlicht werden, welchen Stellenwert man einem Ortsbild beimisst.

Weitere Empfehlung des Professors: Es gehe nicht an, weiter größere Flächen zu versiegeln. Wachstum sollte eher über Verdichtung ermöglicht werden. Noch besser sei es, zu einem »Nicht-Wachstum« zu kommen, indem für jede neue Versiegelung an anderer Stelle Flächen entsiegelt werden. Wobei Pellnitz der Druck auf Krofdorf-Gleiberg sehr wohl bewusst ist: Die Gemeinde liegt nicht nur attraktiv im direkten Umland von Gießen, sondern letztlich auch im Einzugsbereich von Rhein-Main.

Ulrich Ellinghaus, Vorsitzender des kommunalen Infrastrukturausschusses: »Im nächsten Schritt wird es darum gehen, die Vorschläge und Anregungen in den Gremien, Fraktionen und der Bürgerschaft zu diskutieren, auf ihre Eignung abzuklopfen und zu konkretisieren.« Er hofft, dass eine weitere, breitere Beteiligung durch Bürgerversammlungen oder Workshops noch möglich wird.

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