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Kann ein Wohngebiet entstehen, wo jetzt am Augarten Tennishalle, Hotel und Restaurant zu finden sind? Auch ein Teil der Wiesenfläche ist mit im Blick. (Archiv-Foto: Henß)

Krofdorfer Augarten

Wohnhäuser statt Gewerbegebiet?

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Wohnen im Gewerbegebiet zwischen "Aral" und dem Lager des Möbelhauses Sommerlad? Diese Idee hat Sommerlad. Erste Reaktionen der Kommunalpolitik: Skepsis und Bedenken.

Wettenberg (so). Ein neues Wohnviertel zwischen Tankstelle und Möbellager am Augarten? Das stellt die Kommunalpolitik vor eine Grundsatz-Entscheidung. Will die Gemeinde auf dem Sommerlad-Areal ein Wohnquartier zulassen? Soll Gewerbefläche, auch wenn sie derzeit teils ungenutzt ist, in Bauland umgewandelt werden? Das wäre eine völlige Neu-Orientierung am Augarten.

Neubau von Hotel und Restaurant?

Es handelt sich um etliche tausend Quadratmeter, die bislang als Gewerbegebiet respektive Sondernutzungen gewidmet sind: Dort befinden sich bekanntlich das Restaurant "Fine Easten Palace", das Hotel Wettenberg und eine seit vielen Jahren nicht mehr genutzte Tennishalle. Im weiteren ist dort ein Wellness-Center, das "Sauna-Paradies", gelegen, zudem ein Wohnhaus. Sauna und Wohnhaus sollen den Architekten-Skizzen zufolge außen vor bleiben. Aber Restaurant und Hotel sollen durch Neubauten ersetzt werden, die dichter an die Tankstelle heranrücken. Der Schwerpunkt soll auf einer verdichteten Wohnbebauung liegen, die fast bis ans große Möbellager heranreichen könnte.

Weitere Beratungen in Ausschüssen

Als den Gemeindevertretern am Donnerstag die Projektidee auf den Tisch gelegt wurde, schlugen die Wellen für Wettenberger Verhältnisse vergleichsweise hoch. In ersten Reaktionen aus den Fraktionen von schwarz bis grün überwogen Skepsis und Bedenken. Denn die Umwandlung von Gewerbeland und einem Sondergebiet in Wohnbauland ist eine Grundsatzentscheidung. Das Gebiet am Augarten stelle sich heute als "suboptimal" dar, konzediert Prof. Ulrich Ellinghaus, will sich dem Thema also nicht verschließen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende stellt weiteren Überlegungen aber auch voran: Es handele sind um die Frage von Investorenplanung versus Gemeindeplanung. Die Politik müsse in diesem Bereich sagen, was man für die Gemeinde dort wolle. Ellinghaus rät, externen Sachverstand zurate zu ziehen. Zwar benötige die Gemeinde grundsätzlich Wohnraum - aber eben bezahlbaren Wohnraum.

Politik ist skeptisch

Julia Trampisch begrüßte namens der Freien "Wähler grundsätzlich ein Erneuern von Hotel und Restaurant, sieht aber eine verdichtete Wohnbebauung "sehr kritisch" und zeigt sich eher abgeneigt, bestehendes Gewerbegebiet umzuwandeln. Grünen-Fraktionssprecher Matthias Schulz sprach verärgert von der Idee einer "Satelliten-Siedlung außerhalb des Dorfes". Und auch CDU-Sprecherin Andrea B. Walker hält es für "bedenklich", dort über Wohnen nachzudenken.

Das Thema soll im Infrastrukturausschuss und im Bauausschuss vertiefend beraten werden. Gegebenenfalls sind angesichts der Tragweite einer solchen Entscheidung die Mitglieder des Umwelt- und des Hauptausschusses hinzuzuziehen.

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