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Der Blick von Westen über Burg und Dorf Gleiberg.

Serie "von oben"

Wohnen mit Perspektive und mehr: Gleiberg im Porträt

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Das gesamte Gießener Becken liegt einem zu Füßen - der Blick vom Gleiberg ins Land beeindruckt stets aufs Neue. Der gleichnamige Wettenberger "Ortsteil" aber hat noch viel mehr zu bieten.

Das Burgenpanorama von Gleiberg und Vetzberg fehlt in kaum einem Gießen-Kalender. Im Verbund mit Krofdorf eines der Wettenberg-Dörfer, ist das frühere Städtchen Gleiberg, das sogar ehedem eine Lateinschule in seinen Stadtmauern hatte, aufgrund der Nähe zu Gießen ein beliebter Wohnort. Zumal die Verbindungen über Jahrhunderte verbürgt sind: Studenten pilgerten zum "Schwarzen Walfisch", später auch auf die Burg, um zu tagen und zu tafeln.

Gleiberg: Gleibergfest am Wochenende

Der Blick in die Geschichte von Burg und Dorf muss an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden - wer’s genauer wissen will, dem sei eine profunde Burgführung mit Dr. Jürgen Leib vom Gleibergverein angeraten. Kaum jemand weiß kenntnisreicher zu berichten, als der promovierte Geograph und Lokalhistoriker. Weitere gute Gelegenheit ist das Gleibergfest am kommenden Wochenende. Alle fünf Jahre wird gefeiert. Gemeinde, Gleibergverein und Bürgerprojekt laden im Dialog mit vielen weiteren Vereinen aus der Gemeinde zur Zeitreise ein. Im alten Ort Gleiberg und auf der Burg herrscht reges mittelalterlich inspiriertes Treiben. Eine gute Gelegenheit, auf den Spuren der Vergangenheit zu wandeln.

Gleiberg: Bürgerinitiative - Bürgerprojekt

Stichwort Gleibergverein: Mit gewissem Stolz wird er als eine der ältesten Bürgerinitiativen Deutschlands bezeichnet: Nach der Gründung in den 1830er Jahren engagierten sich die Mitglieder dafür, den Bergfried begehbar zu machen. Und vor rund 150 Jahren wurde dem Verein die Burgruine ins Eigentum übertragen. Seitdem trägt der Verein für die Instandhaltung des mittelalterlichen Gemäuers und der beiden frühneuzeitlichen Bauten mit hohem Aufwand Sorge.

Weitere Stütze des gesellschaftlichen Lebens auf dem Gleiberg ist das Bürgerprojekt, das sich um den Ort verdient macht. Dazu gehören Arbeiten wie die Anlage des Fußweges vom Südtor zur Burg oder das Wiederherrichten des alten Brunnens unterhalb der Burganlage. Bürger eben, die sich für ihren Ort engagieren. Und nicht zu vergessen die Sängervereinigung, die am Wochenende erst anlässlich des runden Vereinsgeburtstages zur Weinwanderung eingeladen hatte.

Gleiberg: Glücksfall Stadterneuerung

Ungemein profitiert hat das alte Dorf Gleiberg zwischen den beiden Toren von der Stadterneuerung, die in den 1980ern aufgelegt wurde. So manches Anwesen wurde erneuert respektive generalüberholt - -das hat dem Ortsbild gut getan. Auch wenn es nicht gelungen ist, dort die zuletzt ohnehin nicht mehr stark ausgeprägte Infrastruktur zu halten: Der Lebensmittelladen in der Torstraße ist seit den 90ern geschlossen. Göblers, die Wirtsleute vom "Walfisch", haben ebenfalls von wenigen Jahren den Zapfhahn hochgedreht. Geblieben sind auf dem Berg das Steakhaus (die frühere "Linde") und die Gastronomie auf der Burg - zwei gute Adressen, die Gäste aus der ganzen Region anziehen.

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