Wohlhabendes Wettenberg

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Wettenberg(so). Wettenberg geht es gut, denn die Steuereinnahmen sprudeln. Die Kommune ist wohl die mit dem größten wirtschaftlichen Wachstum im Kreis Gießen. Bei 12 500 Einwohnern sind mehr als 3000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu verzeichnen. Das kann sich sehen lassen. Bürgermeister Thomas Brunner kalkuliert zudem fürs laufende Jahr allein mit sechs Millionen Euro Gewerbesteuer-Einnahmen - ein Rekord. Und das, obwohl die Kommunalpolitik seit Jahren bewusst unterdurchschnittliche Steuerhebesätze beschlossen hat. Die im Übrigen auch 2020 unverändert bleiben.

Insofern ist der für das kommende Jahr vorgelegt Etatentwurf eher entspannt - selbst wenn Investitionen in einer Größenordnung von fünf Millionen Euro geplant sind. In Summe sollen knapp 26 Millionen Euro bewegt werden.

"Wir sind in einer guten Situation" sagt Bürgermeister Brunner (SPD) mit Verweis auf mehr als neun Millionen Euro in der Rücklage plus drei Millionen sogenannte Liquiditätsreserve. Ein dickes Polster. Brunner geht mit Blick auf die mittelfristige Planung bis zum Jahr 2023 davon aus, dass dies so bleibt. "Sie können nach der Kommunalwahl 2021 und ich nach der Bürgermeisterwahl mit soliden Haushalten weiterhin die Geschicke unserer Gemeinde führen", rief Brunner den Gemeindevertretern am Donnerstag zu, als er den Haushalt im Entwurf vorlegte. Und hat damit in seiner Haushaltsrede den Hinweis gegeben, dass er für eine dritte Amtszeit als Bürgermeister zur Verfügung stehen will.

Zugleich zeigt er sich zufrieden mit dem Geleisteten und spricht von einem "eindrucksvollen Beleg dafür, dass sich die solide Finanzpoliitk der vergangenen zehn Jahre, verbunden mit Schuldenabbau und Ansiedlung hochwertiger Unternehmen in barer Münze auszahlt". Diesen Weg will Brunner so weitergehen.

Gleichwohl wird die Gewerbesteuer-Einnahme fürs kommende Jahr mit 4,7 Millionen Euro bewusst zurückhaltend kalkuliert.

Die größten Investitionen

Und wofür wird das Geld im kommenden Jahr ausgegeben? Einer der größten Posten ist die Erweiterung der Kindertagesstätte Mäusenest in Launsbach: Da soll für 1,2 Millionen Euro ein zweigruppiger Neubau entstehen. Weitere größere Posten: Für 1,2 Millionen Euro sollen zwei Rückhaltebecken nahe Wißmar gebaut werden, um auch bei Starkregen das Wasser aus dem Dorf rauszuhalten.

Für die insgesamt fast 1,5 Millionen Euro teure Brücke über die Kanonenbahntrasse nahe Krofdorf im Gleiberger Feld sind in einem ersten Schritt 500 000 Euro veranschlagt. In die Erweiterung des Gewerbegebiets bei Launsbach werden 360 000 Euro gesteckt. Weitere 300 000 Euro werden für die Sanierung des Sanitärhauses II am Wißmarer See ausgegeben, 240 000 Euro gehen in neue Fahrzeuge für die Feuerwehr, etwa der gleiche Betrag in LED-Technik bei den Straßenlampen.

Begonnen wird mit den Planungen für den neuen "Finkenweg" in Krofdorf-Gleiberg. Bislang stehen dafür bis 2022 rund 5,5 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt wird der Kita-Neubau auf rund 6,9 Millionen Euro geschätzt. Doch nicht nur in Beton wird investiert, sondern auch in Personal. 2,3 zusätzliche Erzieherinnen-Stellen werden jetzt geschaffen, im Sommer mit dem "Gute-Kita-Gesetz" sollen weitere Stellenanteile hinzukommen.-

Der Etatentwurf wird in den kommenden Wochen in den Fraktionen und den Fachausschüssen der Gemeindevertretung beraten und dann voraussichtlich am 16. Januar wieder in der Gemeindevertretung aufgerufen und beschlossen werden. Vorgabe ist eigentlich eine Verabschiedung noch im alten Jahr - doch in diesem Jahr haben die Orientierungsdaten aus dem Hessischen Finanzministerium bis Anfang November auf sich warten lassen, sodass es kaum schneller geht

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