Das war 2019: "Gleiberg rocks" mit der Kiss-Coverband. ARCHIVFOTO: VH
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Das war 2019: "Gleiberg rocks" mit der Kiss-Coverband. ARCHIVFOTO: VH

Was wird aus "Gleiberg rocks"?

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Wettenberg(so). Künstlern eine Bühne bieten, Menschen zum Gespräch zusammenführen und dabei idealerweise noch Geld sammeln für den Erhalt der Burganlage - dem Gleibergverein fällt es in diesem Jahr schwer, seinen selbst gesteckten Aufgaben und Zielen gerecht zu werden.

Aktuell abgesagt ist das für 10. Mai geplante Konzert mit Nora Schmidt. Verein und Sängerin sind auf der Suche nach einem neuen Termin im September. Auch das "Frühlings-Erwachen", das der Verein mit regionalen Künstlern im Dialog mit dem Kunst- und Kulturkreis ausrichten wollte, wird voraussichtlich im November oder im Advent als "Herbstzauber" nachgeholt.

Noch offen ist, wie mit dem "Afrika-Tag" mit Fallou Sy Ende Juni umgegangen wird. "Nachdem alle großen Veranstaltungen bis Ende August abgesagt sind, erwarten wir jetzt vom Kultus- oder Innenministerium Handlungshinweise, wie mit kleineren Veranstaltungen umzugehen ist", sagt Gerhard Schmidt, der 2. Vorsitzende des Gleibergvereins.

Schmidt ist dazu auch im Dialog mit Frank Dauer, dem Geschäftsführer und Intendanten des "Kultursommer Mittelhessen". Dort hofft man laut Schmidt, bei einer Reihe kleinerer Veranstaltungen Einzelfall-Entscheidungen treffen zu können, etwa bei "Grimms Märchen - eine Warnung" im September auf dem Gleiberg. Gleiches gilt für das Konzert "Italienisches Lebensgefühl" Anfang November. Auf keinen Fall dürfe man aber Besucher und Mitwirkende gesundheitlich gefährden, sagt Schmidt.

Da auch die Gastronomie auf der Burg geschlossen ist, hat der Gesamtvorstand des Gleibergvereins um Vorsitzenden Andreas Kraft überdies beschlossen, für die vier Monate von März bis Juni die Pacht zu erlassen. Gehofft wird auf Lockerungen und eine Besserung in der zweiten Jahreshälfte. Nachdem es in den vergangenen Wochen nur Absagen und Stornierungen gegeben hatte, gehen jetzt wieder Reservierungen ein.

Mit einem großen Fragezeichen versehen ist zudem "Gleiberg rocks 2020" am Mittwoch vor Fronleichnam im Juni. Veranstalterin Sabine Glinke hat die Musikfans am Wochenende ein weiteres Mal vertröstet. "Seit Wochen bangen wir darum, und eine Durchführung im Sommer scheint uns schon lange nicht mehr realistisch", schreibt sie in einer auch auf Facebook veröffentlichten Pressemitteilung. "Aber uns fehlen grundlegende Informationen, um eine finale Entscheidung treffen zu können." Sie spricht von einer "echten Zerreißprobe" angesichts der Planungsunsicherheit.

Die Bundesregierung hat am vergangenen Mittwoch beschlossen, dass Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten werden. Alles Weitere aber wurde zur Ländersache erklärt. Und so liegen Glinke bisher weder eine Definition vor, was Großveranstaltungen eigentlich sind, noch irgendwelche Auflagen, geschweige denn ein Fahrplan für kleinere Veranstaltungen bis zum 31. August oder für die Zeit nach diesem Stichtag. Diese Situation stellt Veranstalter vor zahlreiche Fragen, vor allem vor haftungsrechtliche Probleme.

Viele Firmen und Künstler bangen bereits jetzt um ihre Existenz. Veranstalterin Glinke sagte am Sonntagabend: "Wir hoffen daher, dass uns die hessische Landesregierung zügig mit den nötigen Verordnungen versorgt und uns so eine auch für uns rechtssichere Entscheidung ermöglicht, denn natürlich geht Gesundheit vor."

Fest steht für Sabine Glinke, dass es nicht zu einer Absage von "Gleiberg rocks 2020" kommen soll, sondern zu einer Verschiebung in die Zukunft. Alle gekauften Tickets behalten daher ihre Gültigkeit.

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