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Am Krofdorfer Sorguesplatz sowie an den Bürgerhäusern von Wißmar und Launsbach finden sich öffentlich zugängliche Ladesäulen. FOTO: SO

Wettenberg setzt auf Strom

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Wettenberg(so). Wettenberg baut konsequent die Lade- infrastruktur für Elektrofahrzeuge aus: Seit Ende Januar sind in allen drei Dörfern der Großgemeinde öffentliche Ladesäulen zu finden.

In Krofdorf am Sorguesplatz nahe der Gemeindeverwaltung, in Launsbach und in Wißmar jeweils am Bürgerhaus.

Die Säulen bieten jeweils zwei Ladepunkte à 22 Kilowatt. Sie sind 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche zugänglich. Freischalten kann sich der Kunde die Säulen über eine Karte oder per SMS. Ein einfaches Bezahlen mit Kreditkarte oder EC-Karte ist derzeit (noch) nicht möglich.

Mit einer Leistung von 22 Kilowatt dauert das Laden eines Elektroautos je nach Ladeleistung, Ladefähigkeit und Batterie zwischen anderthalb und vier Stunden.

Rund um die Uhr zugänglich

Die Kilowattstunde Strom kostet 35 Cent. Verkauft wird Ökostrom, versichert Bürgermeister Thomas Brunner. Der Stromanbieter ist die EON. Gebaut wurden die Ladesäulen in Zusammenarbeit mit den Gießener Stadtwerken und dem Technik-Anbieter ChargeIT aus Kitzingen, der die Säulen fertigen lässt und die Abrechnung übernimmt. 47 200 Euro lässt sich die Gemeinde die drei Säulen kosten; knapp 18 000 Euro Zuschuss gab es dafür vom Bundesverkehrsministerium.

Die Gemeinde Wettenberg selbst hat mittlerweile drei Elektroautos im Einsatz. Im Rathaus denkt man zudem darüber nach, die Sozialstation ebenfalls mit Elektrofahrzeugen auszustatten.

"Wir wollen Vorbild sein und Impulse geben", sagt der Bürgermeister. Weitere öffentliche Ladesäulen sind denkbar, gegebenenfalls auch echte Schnellladesäulen, die dann 100 und mehr Kilowatt liefern. Eine solche soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr in Launsbach installiert werden. Auch in Krofdorf-Gleiberg sind die Vorbereitungen dafür an der Turnhallenstraße geschaffen.

Gleichwohl will man vor weiteren Investitionen schauen, wie sich der Markt entwickelt. Denn klar ist auch: Rund 85 Prozent der Ladevorgänge finden Zuhause statt, wo E-Autofahrer in der Garage oder im Carport über eigene Ladetechnik verfügen.

In Gesprächen ist Wettenberg zudem mit Schunk und den Stadtwerken über das Elektrifizieren des ÖPNV. Da gibt es die Idee, das "Bussi" elektrisch zu betreiben; ein Thema, zu dem man sich darüber hinaus auch mit den Nachbarn Biebertal und Heuchelheim austauschen will. Bislang ist dies aufgrund der hohen Kosten für einen elektrischen Kleinbus noch in der Warteschleife.

Zum anderen gibt es aus Wettenberg die Anregung, die Linie 800, die Wettenberg mit Gießen verbindet, zu elektrifizieren, letzteres gegebenenfalls quasi als Testbetrieb im Dialog mit Schunk. Das Unternehmen ist einer der Technologieführer bei E-Antrieben und Stromabnehmersystemen. Die Stadtwerke Gießen als Betreiber der Linie 800 haben jedoch erst vor nicht allzu langer Zeit ihre gesamte Busflotte auf Erdgas umgestellt, sodass der Einsatz von Stromern wohl noch auf sich warten lassen dürfte.

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