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Modenschau mit Valentina Kraft, Sophia und Hannah Veith und Emma Wiedemann (v. l.). Foto: m

Wertschätzung eingefordert

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Wettenberg(m). Dass Vereine, die auf Traditions- und Brauchtumspflege ausgerichtet sind, gebraucht werden, zeigte die Feier der Heimatstube Launsbach. 30 Jahre alt ist der Verein und hatte zu einem bunten Programm ins Bürgerhaus eingeladen. Vorsitzende Ingrid Hofmann freute sich über die Gästeschar, darunter Ehrenbürgermeister Gerhard Schmidt, der seinerzeit den jungen Verein mit Blick auf die damals anstehende 750-Jahr-Feier von Launsbach unterstützte.

Vielfältige Aktivitäten

Die Zeiten haben sich geändert, und dazu gehört auch das nachlassende Interesse der Öffentlichkeit am Wirken des Vereins. Sorgenkind ist das alte Backhaus, in dem das Museum untergebracht ist. Die Räumlichkeiten sind zu beengt, als dass man auch nur einigermaßen vernünftig eine Ausstellung präsentieren könnte. So ist die Heimatstube mehr zu einer Lagerstätte geworden. Zudem ist es für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen nicht möglich, die steilen Stufen zu den Räumlichkeiten zu erklimmen. Seit Anfang der 2000er Jahre sucht man deshalb nach zeitgemäßen adäquaten Räumlichkeiten - bislang erfolglos. Das sorgt für Missmut im Vorstand.

Ingrid Hofmann hielt deswegen auch in ihrem Grußwort mit Kritik nicht hinterm Berg. Mangelnde Wertschätzung und Unterstützung wirft sie den politisch Verantwortlichen vor. Im April besuchten der Ausschuss für Sport, Kultur und Partnerschaftspflege sowie weitere kommunale Vertreter die Räumlichkeiten. Die schlechte Situation stand außer Frage, auch Vorschläge wurden erörtert, wie und vor allem wo es weitergehen kann. Nach wie vor sei dies der Status Quo - es habe bis jüngst keinerlei Rückmeldung gegeben, kritisierte Hofmann.

Bei der Aufzählung all dessen, was in den drei Jahrzehnten die Heimatstube an Ehrenamtlichkeit leistete, wurde deutlich, dass es dringend Perspektiven braucht, um den Fortbestand zu sichern. 20 Jahre lang gab es die Adventskaffees, viele Theaterstücke wurden aufgeführt, im Bürgerhaus und auch bei den Hoffesten auf dem Belzgasshof. Aktiv war man 1998, als "100 Jahre Nau Schul" gefeiert wurde. Beim Regionalentscheid "Unser Dorf" wirkte die Heimatstube mit, begleitete Schüler der Gesamtschule bei ihrem Besuch im Hessenpark. Grenzgänge, historische Dorfspaziergänge, das Schmücken des Osterbrunnens und die Bereicherung des Sachkundeunterrichtes der Grundschule durch Brotbackaktionen sind einige der zahlreichen Aktivitäten über die zurückliegenden Jahre.

Einiges davon konnten sich die Besucher nach dem Kaffeetrinkenmit Waffeln und Kräppeln, auf Stellwänden der Fotoausstellung noch einmal in Erinnerung rufen. Mit Valentina Kraft, Sophia und Hannah Veith und Emma Wiedemann hatten sich Grundschulkinder in historische Trachten gekleidet, flanierten und trugen Mundartgedichte vor. Den Abschluss eines kurzweiligen Nachmittags bildete eine Theateraufführung, bei dem die Gäste eine halbe Stunde lang Einblicke in einen "Kaffeenachmittag im Seniorenheim" hatten.

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