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Heiterkeit und Herzlichkeit prägten den Abschied von Werner Burggraf gestern an der Gesamtschule Gleiberger Land: Förderverein und Elternbeirat überraschten den Fußballfreund mit einem personalisierten Eintracht-Trikot mit der Nummer 10 des Spielmachers. (Foto: so)

Werner Burggraf aus der Leitung der Gesamtschule Gleiberger Land verabschiedet

Wettenberg (so). Mit einem kleinen Rätsel hatte Schulleiter Werner Burggraf zu seiner Verabschiedung eingeladen: "Was hat ein Zitronenfalter mit einem Schulleiter gemein?" Gestern gab er in der Aula der Gesamtschule Gleiberger Land die launige Antwort auf die Frage, die er bereits in den 1970er Jahren in einer Broschüre des Kultusministeriums entdeckt hatte: "Zitronenfalter können keine Zitronen falten". Heißt das aber auch, dass Schulleiter keine Schule leiten können? Burggraf schmunzelnd: "Ich habe nachgeforscht. Neueste Erkenntnisse sagen: Schulleitung bewirkt etwas. Nicht viel, aber etwas. Man weiß aber nicht, was..."

33 Jahre lang leitete Burggraf, unbedingter Vertreter der Integrierten Gesamtschule und engagierter Verfechter der Ganztagsschul-Idee, mehrere Schulen in Hessen. 2008, vor knapp sechseinhalb Jahren, übernahm er, damals 61-jährig, die Leitung im Gleiberger Land als letzte berufliche Station. Und folgte keineswegs dem scherzhaften Rat von Ex-Kollegen, wie man sich auf den Ruhestand vorbereiten sollte: "Fangen Sie in den letzten drei Jahre nichts Neues mehr an..."

Vielmehr engagierte er sich auf vielen Feldern, und hielt gestern, ganz ohne ironisches Augenzwinkern, fest: Ich konnte an der Schule etwas bewegen – dies zusammen mit vielen Partnern."

Abschluss-Sprint mit vielen Ideen

Der stellvertretende Schulleiter Gabriel Verhoff sprach gar von einem Burggraf’schen Abschluss-Sprint und sechseinhalb Jahren voller Ideen und positiver Veränderungen.

Stichworte sind das Ausbau des Ganztagsbetriebs, Mensa-Bau, konzeptionelle Neuordnung von Austauschen und Fahrten, Ausbau des kulturellen Schwerpunkts, Intensivierung des ganzheitlichen Lernens – und vor allem die Mammutaufgabe der Fusion der Gesamtschulen Biebertal und Wettenberg. Den Dank für die "Jahre der Schwerstarbeit an unserer Schule" verband Verhoff mit der Einladung an den scheidenden Direktor, sich weiterhin konstruktiv einzubringen.

Schulamtsdirektor Rolf Heckeroth bescheinigte Burggraf in der dienstlichen Würdigung unbedingten Fleiß, Teamfähigkeit und den Willen zur Kooperation – das finde sic h auch heute in der Schule wieder. Er überreichte Werner Burggraf fünf Steine, von denen ein jeder eine besondere Bedeutung für Burggrafs Wirken habe: Da sei einer runder Stein, der immer etwas ins Rollen bringe, der Stein, den Burggraf bei dem einen oder anderen im Brett habe, der Stein, der vom steten Tropfen gehöhlt werde und eben das Urgestein.

Landrätin Anita Schneider erinnerte an die punktuellen Begegnungen mit dem Schulleiter – Stichworte sind da etwa die Einweihung des Kunstrasenplatzes, der Mensa-Bau oder aber die überaus gelungene Präsentation der Schule auf der Landesgartenschau, wo auch ein gemeinschaftliches Projekt mit dem renommierten Künstler Otmar Alt für Aufsehen sorgte. Beim Kreis habe man stets die pragmatische Art und Weise des Burggraf’schen Handelns geschätzt, gab die Landrätin Grüße von Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl weiter. Und mit dem Zitat eines Wortes von Werner Burggraf schlug die Landrätin den Bogen zu der noch offenen Nachfolge-Regelung: "Es gibt ja immer den Wunsch, Spuren zu hinterlassen. Ich wünsche, dass jemand nach mir kommt, der Spuren lesen kann". Die Leitungsstelle an der Gesamtschule Gleiberger Land ist seit Herbst ausgeschrieben, und es liegen auch mehrere Bewerbungen vor. Doch eine Entscheidung ist noch nicht getroffen, so dass die Position vorerst vakant bleibt. Wie lange, ist offen – womöglich aber bis zum Sommer.

Der Wettenberger Bürgermeister Thomas Brunner, der auch namens seiner Kollegen Bender (Biebertal) und Frink (Hohenahr), benannte die Verbundenheit mit der Schule und unterstrich die Bedeutung der Bildung vor Ort. Die Schule sei integraler Tel des Gemeinwesens und man schätze die gute Zusammenarbeit und Partnerschaft auf vielen Feldern von der Jugendpflege über die Seniorenwerkstatt bis hin zum Kunst- und Kulturkreis und den Kirchen.

In deren Namen sprach Pfarrer Georg-Christoph Schaaf ein Grußwort., für die Schulverbund im Gleiberger Land dankte Schulleiterin Angelika Lohr (Wißmar) und für Förderverein und Elternbeirat waren es Gabriele Daubertshäuser. Dr. Gisela Kemper-Krämer, Hanne Weise und Wolfgang Wenzel sowie weitere Mitstreiterinnen, die Werner Burggraf den Abschied versüßten: Der Fußball-Freund erhielt ein kleines Eintracht-Frankfurt-Fan-Paket.

Grußworte sprachen im weiteren für den Personalrat Konstanze Felix-Hennigsen und Astrid Venediger sowie Peter Stolper für die Seniorenwerkstatt und Klaus Bender names des Deutschen Roten Kreuzes. Auch diese beiden Einrichtungen sind Partner der Schule. Für den passenden Rahmen sorgten Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 gemeinsam mit ihren Musiklehrern, Andrea Köhler, Volker Wehrum und Sylvia Henry.

Letztere überreichte gemeinsam mit Kollegin Maria Krenig und Cedric Preuss ein besonderes musikalisches Bonbon: Zur Melodie von Heidi- und zur allgemeinen Erheiterung erklang "Werner, Deine Welt ist die Schule..."

Und was gibt der scheidende Schulleiter allen, die weiter zum Wohle der Kinder arbeiten, als abschließenden Rat mit auf den weiteren Weg: "Es ist wichtig, die richtigen Dinge richtig zu tun!" (Foto: so)

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