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Die Untersuchungen in dieser Woche haben ergeben: Die Wasserqualität am Wißmarer See ist gut.

Wißmarer See

Wasserqualität ist gut

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Aktuelle Untersuchungen des Wassers haben keine Beanstandungen am Badesee ergeben.

Wettenberg (so). Am Montag dieser Woche erst ist das Wasser des Wißmarer Sees wieder kontrolliert worden. Und das Hessische Landesamt für Umwelt vermerkt aktuell auf seiner Infoseite im Internet: "Ohne Beanstandung". Die Wasserqualität ist gut, der See ist zum Baden freigegeben.

Das freut Michaela und Mike Will. Seit vier Jahren hat das Ehepaar das Freizeitareal mit Campingplatz und Badestrand von der Gemeinde Wettenberg gepachtet, betreibt dort die Gastronomie, verleiht Tretboote, etc. Und an Tagen wie diesen ist die Abkühlung in dem Baggersee nahe der Lahn eine Wohltat. Der Campingplatz ist gut belegt, dürfte sich zu "Golden Oldies" noch gänzlich füllen, und auch am Badestrand herrscht reges Treiben.

2018er Saison litt unter Blaualgen

Da tut gut, nachdem in der vergangenen Saison so genannte Blaualgen den Badespaß getrübt hatten: Diese Cyanobakterien hatten sich stark vermehrt, ergo gab es Warnungen. Denn der Kontakt kann bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen, Hautreizungen oder Magen-Darm-Probleme hervorrufen. Dem Pächter bescherte das einen 90-prozentigen Einbruch bei den Tages-Badegästen. "Statt 500 kamen nur 50 am Tag, trotz besten Sommerwetters", hatte Mike Will Ende der Saison betrübt bilanziert. Gar nicht gut für ein Familienunternehmen, bei dem einschließlich der Aushilfen immerhin elf Mitarbeiter in Lohn und Brot sind.

Vorsorglicher Hinweis

Aktuell hat das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen vorsorglich einen Hinweis gegeben, der am Wißmarer See aushängt. Denn es könnte womöglich wieder zu einer Massenvermehrung von Blaualgen kommen.

Fischbestand wird angepasst

Aber dies ist offensichtlich noch nicht der Fall, beruhigt Mike Will. Nach der nicht so glücklich abgeschlossenen Saison 2018 hat er sich mit dem kommunalen Umweltberater, Fischerei-Sachverständigen und einem Fachbüro zusammengesetzt und beraten, wie effektiv gegengesteuert werden kann. Etwa durch ein Reduzieren des Nährstoff-Eintrags in den See und einen geänderten Fischbesatz. Insbesondere die starke Population von Karpfen wird reduziert, stattdessen sollen mehr Zander und Hechte das blaugrüne Nass bevölkern, Warum? Weil Karpfen "gründeln": Sie wühlen im Schlamm nach Futter. Das wiederum setzt Phosphat frei, das das Blaualgen-Wachstum befördert.

Weniger Karpfen im See

Deshalb ist der Karpfen-Bestand in den zurückliegenden Monaten reduziert worden: Gemeinsam mit den Mitgliedern des örtlichen Angelvereins, dessen Vorsitzender Will ebenfalls ist, wurden die Tiere herausgeangelt und dann in andere Teiche umgesiedelt.

Eine aufwändige Angelegenheit, aber ökologisch verträglich. Das ist Will als Mitglied im Naturschutzbeirat des Kreises wichtig. Und allem Anschein nach ist es ein richtiger Ansatz. Denn die ungehemmte Vermehrung der Blaualgen ist bislang ausgeblieben.

Die Gemeinde Wettenberg ist dabei, gemeinsam mit den Wills die in den 1960er Jahren geschaffene Freizeitanlage Wißmarer See zukunftsfähig zu machen. So wurde ein neues Sanitärhaus gebaut, die Kompletterneuerung der Stromversorgung ist begonnen und wird nach der Campingsaison fortgesetzt. Zudem werden die rund 280 Stellplätze für Camper neu zugeschnitten.

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