Der Wald und seine Bäume

  • schließen

Naturschutz, Harvester-Einsatz und seine Folgen, Klimawandel – der Wald bietet reichlich Diskussionsstoff. Gerade in der waldreichen Gemeinde Wettenberg nimmt sich die Politik des Themas an – so aktuell die SPD im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "SPD on Tour". Bei schönstem Wetter marschierten Bürger vom Erlental aus durch den Wißmarer Forst; dies unter kundiger Führung von Hans Karpenstein, der einen Rundkurs mit zehn Stationen herausgesucht hatte, um die Situation des Waldes zu beleuchten. Unter den Teilnehmern waren der heimische SPD-Landtagskandidat Frank-Tilo Becher und Forstamtsleiter Harald Voll, der die diversen Stationen fachkundig begleitete.

Naturschutz, Harvester-Einsatz und seine Folgen, Klimawandel – der Wald bietet reichlich Diskussionsstoff. Gerade in der waldreichen Gemeinde Wettenberg nimmt sich die Politik des Themas an – so aktuell die SPD im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "SPD on Tour". Bei schönstem Wetter marschierten Bürger vom Erlental aus durch den Wißmarer Forst; dies unter kundiger Führung von Hans Karpenstein, der einen Rundkurs mit zehn Stationen herausgesucht hatte, um die Situation des Waldes zu beleuchten. Unter den Teilnehmern waren der heimische SPD-Landtagskandidat Frank-Tilo Becher und Forstamtsleiter Harald Voll, der die diversen Stationen fachkundig begleitete.

Man wollte über den Wald, seine Bäume und Bewirtschaftungsformen informieren. Einerseits um zu erfahren, "was die Bürger bewegt", so Ralf Volgmann, Vorsitzender der SPD Wettenberg, und zum anderen, weil zum 1. Januar 2019 die Holzvermarktung durch die Landesbehörde Hessen Forst namens und im Auftrag der Kommunen neu geregelt werden soll. Wenn die örtlichen Politiker neu entscheiden, benötigen sie Grundwissen.

Forstamtsleiter Voll betonte mehrfach, er könne den Wald wohl erklären, letztlich entscheide aber die Politik. Thema war auch die Bodenverdichtung durch Vollernter: Jahre später wächst dort immer noch nichts. Voll verdeutlichte, Rücken mit dem Pferd funktioniere bei dicken Baumstämmen und hohem Holzanfall nicht mehr wirtschaftlich. Man würde keinem Landwirt die Rückkehr zum Pferd empfehlen. Ein Harvester befahre ausschließlich gekennzeichnete Rückegassen (weißer Doppelring am Baum). Im Bundesforstgesetz stehe ausdrücklich, "der Wald ist zu bewirtschaften", sagte Voll. Für den Naturschutz stillgelegte Flächen bedeuteten weniger Holzverkauf und geringere Einnahmen und förderten zwangsläufig den Zukauf (Import).

Douglasien statt Fichten

In einem Fichtenbestand wütet der Borkenkäfer (Buchdrucker). Selbst Bäume mit weißem Punkt verschont der nicht. Dieses Kennzeichen bedeutet "Zukunftsbaum". Wenn eine Fichte auf 40 Prozent ihrer Stammlänge eine grüne Krone habe, sei der Baum recht standsicher und könne 100 Jahre alt werden, erläutert Voll. Doch die Fichte sei auf dem Rückzug. Meist würden ersatzweise Douglasien gepflanzt. Als Kulturpflanze sei das Bäumchen empfindlich gegen Trockenheit, später verbissgefährdet, im Jugendalter windwurfgefährdet, aber nach vier Jahrzehnten stabil und der Baum mit dem größten Holzzuwachs jährlich.

Forstamtsleiter Voll erläuterte die Bewirtschaftungsalternativen: Nicht zuletzt könne man den Wald in Abschnitten sich selbst überlassen. Dann werden zunächst "Pionierarten" wie Kiefern und Ebereschen nachwachsen und später Buchen ihren Platz einnehmen. Aus waldwirtschaftlicher Sicht keine optimale Nutzung, doch der Waldbesitzer – die Gemeinde Wettenberg – könne natürlich auch andere Aspekte, wie den Naturschutz, in den Vordergrund stellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare