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Gegen Überschwemmung in Wißmar: Bau der Rückhaltebecken verzögert sich

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Von: Rüdiger Soßdorf

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Aus Angst vor neuerlichen Überschwemmungen hatten sich viele Anwohner in niedriger gelegenen Straßen von Wißmar im Frühsommer 2018 mit Sandsäcken und Barrieren einen provisorischen Schutz aufgebaut.
Aus Angst vor neuerlichen Überschwemmungen hatten sich viele Anwohner in niedriger gelegenen Straßen von Wißmar im Frühsommer 2018 mit Sandsäcken und Barrieren einen provisorischen Schutz aufgebaut. © Archivfoto: Ruediger Sossdorf

Die Flutkatastrophe an der Ahr und anderen Flüssen im Westen der Republik vor ziemlich genau einem halben Jahr wirkt sich auch auf Wißmar aus. Denn das externe Fachbüro, das mit einem Teil der Planungsleistungen für Staubecken oberhalb des Wettenberger Ortsteils betraut ist, hat - wie viele andere Planungsbüros auch - reichlich zu tun.

Gießen-Wettenberg - Die Vorarbeiten für die vier Becken sind noch nicht so weit fortgeschritten, wie man sich das im Wettenberger Rathaus eigentlich wünschen würde. Gut vorangekommen sind in den vergangenen Monaten die millionenschweren Investitionen in ein besseres Kanalnetz in Wißmar, im besonderen in den niedriger gelegenen Teilen des Dorfes. Die waren nämlich Ende Mai 2018 nach einem Starkregen von Hochwasser und überfluteten Kellern massiv betroffen. Die Gemeinde hat reagiert, das System untersuchen und neu berechnen sowie Kanäle erneuern lassen.

Aber mit dem Bau von Staubecken, um Regenwasser bereits oberhalb des Dorfes in den Feldern zurückzuhalten, geht es nicht ganz so flott wie erhofft voran. Das berichtete Bürgermeister Thomas Brunner Mitte Dezember in der Sitzung der Gemeindevertretung. Gebaut werden sollen die vier Becken am Gierndbach, am Lohrbach, am Grubenberg und im Erlental. Dort soll bei Starkregen Außengebietswasser gesammelt und dosiert ans Kanalnetz abgegeben werden, bevor es unkontrolliert die Ortslage erreicht.

Im Februar 2019 hatte bei einem Ortstermin der Fachleute vom kommunalen Bauausschuss, zu dem auch viele Anlieger aus den betroffenen Straßen gekommen waren, noch vorsichtiger Optimismus geherrscht, dass es mit dem Bau der Becken zügig vorangehen könnte. Allerdings sei da unter zwei Jahren nichts zu machen, so schon die damalige Einschätzung des Bürgermeisters. Er lag richtig: Mittlerweile sind daraus bald drei Jahre geworden.

Kreis Gießen: Keine Einigkeit über das benötigte Grundstück am Lohrbach

Am Gierndbach konnte mit der Eigentümerin eines benötigten Grundstückes laut Brunner eine Einigung erzielt werden. Die naturschutzfachlichen Fragen dort sind inzwischen allesamt geklärt. Was da jetzt noch fehlt, um den Bau des Beckens und die Ableitung des Wassers voranzutreiben, ist ein Abflussmodell für das dort abgefangene Wasser, ein sogenanntes »Niederschlags-Abflussmodell«.

Bei den Planungen am Rückhaltebecken am Lohrbach ist es zu Verzögerungen gekommen, weil sich Rathaus und Eigentümer nicht über ein eigentlich erwünschtes Grundstück einig wurden. Also wurde der geplante Standort des Beckens in Folge etwas verschoben. Für die nun ins Auge gefassten Flächen sind im kommenden Frühjahr noch Untersuchungen der dortigen Tierwelt vonnöten.

Am Grubenberg sind die Planungen am weitesten fortgeschritten. Dort hat die Gemeinde alle nötigen Grundstücke kaufen können. Die Aspekte des Naturschutzes sind ebenfalls abgearbeitet. Im Erlental ist man noch in der Berechnung, wie viel Wasser eingestaut und in welcher Menge es in Folge abgeleitet werden könnte. (so)

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