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"Im Dialog mit Weiß" befindet sich die Ausstellung des Kunst- und Kulturkreises.

Vielfältig und individuell

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Wettenberg (usw). Der Kunst- und Kulturkreis Wettenberg (KuKuK) kann auch sprechen, im übertragenen Sinne jedenfalls. So befindet man sich momentan "Im Dialog mit Weiß", was 13 Mitglieder zu Arbeiten anregte. Es sind ebenso vielfältige wie individuelle Ansichten, auch die Material- und Formenvielfalt ist erwartungsgemäß groß. Bei der Eröffnung am Freitag zeigten sich die Besucher sehr interessiert.

Außer der Einführung durch die stellvertretende Vorsitzende Ines Scheurmann, wie üblich formal und inhaltlich hörenswert, zeigten zwei Mitglieder in einem szenischen Dialog das Thema in einer anderen Form. Klaus Dieter Weiss und Günter Wirtz gaben auf der sprachlichen Ebene ein paar thematische und sprichwörtliche Beispiele; ein heiteres Intermezzo.

Man sieht Aquarelle, Acrylbilder, Fotografien, Skulpturen, Objekte und Schmuck. Sie stammen von Michael Ackermann, Vera Bennung Corominas, Helga Deiß, Angelika Eichenauer, Klaus Engelbach, Johannes Eucker, Ursula Mayer, Marita Meurer, Irma Müller, Christina Richter, Dieter Weiß, Ingrid Wortmann-Wilk und Annemarie Zaha.

Das Großbild, das der Besucher an der hinteren, der Hauptwand, erblickt, besitzt ein breites inhaltliches Spektrum, und diesmal sind auch wieder zahlreiche Stelen üppig mit Schmuck bestückt, ein vertrautes Bild. Allerdings liegen auch einige Fotografien auf den Podesten für Stelen. Ungünstig, denn so sind sie dem spontanen Blick des Besuchers erst mal entzogen, der zunächst das Bild der gesamten Halle wahrnimmt und die liegenden Fotos oder andere Bilder gar nicht. Sie liegen nicht in der natürlichen Blickrichtung und sind damit den heftigen Reflexionen der Deckenbeleuchtung ausgesetzt, was die Wahrnehmung und in Folge dessen die Erinnerung stört - sie wirken gleichsam an der Schau fast nicht mit, man erinnert sich auch schlecht an sie.

Kreativer Sprudelbrunnen

Abgesehen davon wird auch dieses Mal wieder ein reichhaltiges Bukett an Impressionen geboten. Angemessen zentral platziert sieht man Ackermanns exzellentes "Druckereibild", einen Handdruck auf Schwarzkarton, der souverän mit einer Comic-Anmutung arbeitet und in einer speziellen Abstraktionstechnik entstand. Links daneben seine "Schwanhof-Fantasie", eine Spachteltechnik in Acryl. Christina Richter macht am selben Ort einen ebenfalls hochwertigen Eindruck, sie zeigt dort zwei reizvolle und kraftvolle Arbeiten in Acryl.

Klaus Engelbach, er gehört zu den Leidtragenden der Horizontalen, geht in den Fotografien souverän mit der Abstraktion durch die Steigerung des Kontrasts um und zeigt darin fast nur noch Schwarz und Weiß. Sehr sympathisch und auf eine stille Art sehr prägnant und anregend sind die kleinen hölzernen "Stimmungsvögel" von Klaus Dieter Weiss, die sich mit ihren beweglichen Köpfen dem Betrachter zur Interpretation anbieten.

Christina Richter arbeitet in einigen Bildern einerseits mit einem dominierenden Anteil Weiß und verfremdet ihre Arbeit in Acryl anschließend durch mechanisches Verschieben der noch weichen Farbe, was einen Anflug von Dreidimensionalität einführt. Sehr kraftvoll wirken auch Klaus Engelbachs Ciclées "Nächtliche Erscheinung" und "Menetekel", die zwar beide etwas unheilvoll vibrieren, aber durch ihre Offenheit und vollständige Abstraktion sehr stimulierend wirken. Leicht wahrzunehmen, sie fallen stilistisch heraus, sind auch Angelika Eichenauers "Zyklen Bäume". In denen überstrahlen weiße Stämme eine blau dominierte Waldlandschaft.

Damit sind nur einige der sehenswertesten Arbeiten herausgehoben oder solche, die spontan auffielen. Ein Besuch im kreativen Sprudelbrunnen KuKuK lohnt sich ohne Zweifel auch in dieser Schau.

Noch bis zum 17. November an den Wochenenden von 15 bis 18 Uhr, Goethestraße 4B, Wißmar.

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