Mehrere Personen stehen mit Sachspenden vor dem UKGM in Gießen.
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Spendenübergabe durch die Familie Kamisli (links) und Mitglieder der FSG Wettenberg an das Stationspersonal.

Hilfsbereitschaft

Trauer um beliebten Taxifahrer: Familie und Verein spenden an Gießener Corona-Stationen

  • vonConstantin Hoppe
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Nachdem ein beliebter Wettenberger Taxifahrer im UKGM in Gießen an Corona stirbt, spenden Familie und Fußballverein 3000 Euro aus Dankbarkeit an die Klinik.

Wettenberg/Gießen – Mit einer großen Sachspende überraschte die Familie Kamisli aus Wißmar die Mitarbeiter mehrerer Stationen am Gießener Universitätsklinikum. Der Hintergrund für die Spende ist ein trauriger: Am 10. März verstarb auf der Covid-Station des Krankenhauses Birol Kamisli, der Vater der Familie und beliebter Taxifahrer in Wettenberg, nach einem schweren Krankheitsverlauf.

Geschockt von der Nachricht, entstand in den Reihen der FSG Wettenberg schnell die Idee, eine Spendenaktion für die Familie zu starten. 3000 Euro kamen dank großer Resonanz zusammen: »Das hat mich einfach umgehauen«, sagt Volkan Kamisli, Sohn des Verstorbenen, zum großen Zuspruch aus der Bevölkerung. »Es haben sich Personen beteiligt, die wir überhaupt nicht kannten, aber sie kannten meinen Vater.«

Spenden an Gießener Uniklinik als Dankeschön

»Er war nicht nur unser Taxifahrer, der uns aus jeder Notsituation abgeholt hat, man konnte mit ihm auch über alles sprechen«, erinnert sich Maximilian Fries, aktiver Spieler bei der FSG Wettenberg an den Verstorbenen.

Die Spendenaktion hat zunächst auch die Familie überrascht, wie Volkan Kamisli berichtet: »Zuerst wollten wir das Geld ablehnen, der Tod und Geld gehören für uns einfach nicht zusammen.« Aber dann habe man die Idee gehabt, mit den Spenden etwas Gutes zu tun und es an die Klinik zu spenden. Das wurde gleich mit dem Verein kommuniziert und bekannt gegeben. Volkan Kamisli nahm Kontakt mit dem Universitätsklinikum auf, um zu klären, wie sinnvoll geholfen werden kann. »Wir wollten den Stationen ein Dankeschön ausrichten, dass sie alles Mögliche für meinen Vater getan haben.«

Teil der Spenden ging auch an die Gießener Kinderklinik

So kam schnell eine Liste an benötigten Dingen zusammen: Tassen, Besteck, Geschirr und verschiedene Lebensmittel wurden für die Hälfte der Spendensumme angeschafft und dem Personal der Covid-Station, der Intensivstation, der zentralen Notaufnahme und der Kinderklinik übergeben. »Solche Rückmeldungen sind immer schön«, erklärt Christine Bode von der Pressestelle der Uniklinik. »Besonders in Zeiten wie diesen, wenn unsere Mitarbeiter einer so großen Belastung ausgesetzt sind.« Und die Spende hilft auch der Familie: »Es nimmt die Trauer etwas, wenn man anderen etwas Gutes tun kann«, erklärt Volkan Kamisli.

Die zweite Hälfte der Spenden, weitere 1500 Euro, sollen dem Elternverein für leukämie- und krebskranke Kinder übergeben werden.

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