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In der Wißmarer Kunsthalle stellen bis zum 4. August vier Künstler aus.

Auf ungewohnten Pfaden

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Wettenberg (usw). Die neue Ausstellung des Kunst- und Kulturkreises Wettenberg (KuKuK) steht unter dem Motto "Farben, Formen, Elemente" und sie breitet das Spektrum des Verhandelten ziemlich weit aus. Zugleich ist schon die Inszenierung diesmal besonders gut gelungen. Am Freitag war Eröffnung, trotz des Sommers war sie sehr gut besucht.

Auch dieses Mal haben sich einige Mitglieder darstellerisch auf ungewohnten Pfaden bewegt und den üblichen Rahmen verlassen oder zumindest überschritten. Man sieht diesmal Werke von Ulrike Kirschbaum, Bernd Rosenbaum, Ines Scheurmann und Annemarie Zaha.

Auch das Beiprogramm fiel aus dem Rahmen: Der junge Freestyler Jannik Singpiel verblüffte die Gäste mit exzellenter Körper- und daraus resultierender Ballbehandlung mit einem Fußball. Den ließ er anscheinend ganz nach Laune in der Luft herumschwirren oder plötzlich an Körperstellen ruhen, die dafür nun gar nicht gedacht sind - glaubte man bisher.

Annemarie Zaha zeigt ihre leicht grenzüberschreitenden Arbeiten. Die üblichen Erwartungen enttäuscht etwa ihr Würfel mit Flächen in Komplementärfarben, der diskret im Raum liegt. Sie befasst sich mit den geometrischen Formen Quadrat, Würfel, Kugel, Drei- und Rechteck, aus denen sie dreidimensionale Objekte erstellt.

Überraschend, abwechslungsreich

In unterschiedlicher Farbigkeit, in ruhigen oder verwirrenden Reihungen, Spiegelungen und aufregenden Sequenzen bemühen sich ihre Werke um die Aufmerksamkeit des Betrachters. "Veränderungen des Gesamteindrucks erreicht sie durch unnatürliche Farbgebung, den Verlust von Form und Farbe nach der Bearbeitung mit Wärme oder Wasser und durch die verblüffende und provozierende Verwendung von Recycling-Material", sagte Vorstandsmitglied Ines Scheurmann in ihrer Einführung.

Bisher nicht verfügbare Farben beschaffte sich Malerin Ulrike Kirschbaum. Sie experimentierte mit Aquarell auf Leinwand, wozu der Untergrund erst vorbereitet werden muss. Das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand: besonders intensiv strahlende Farben, eine Art konkreter Heiterkeit geht von den Werken aus. "Mir gefällt, dass es dabei immer ganz konzentriert und schnell gehen muss", sagt sie.

Bernd Rosenbaum versteht sich als Bildermacher. Er fertigt seit 2003 abstrakte Bilder mit Druckfarben in Spachteltechnik und arbeitet auf Leinwand oder Papier. Erst bei der Ausführung kommt der Zufall ins Spiel. Besonders die figürlichen, abstrakt gegenständlichen Bilder liegen in seinem Fokus. Seit neuestem schafft er auch Skulpturen aus Holz und anderem Naturmaterial. Sie weisen eine verblüffende expressive Kraft auf, manches Stück rettete er vor dem Ofen.

Die Keramiken von Ines Scheurmann lassen sich besonders schwer einordnen. Zum einen zeigt sie eine Reihe elliptischer Objekte, bunt bemalt und in ihren Rundungen dezidiert fröhlich wirkend. Dann wieder sieht man eine Serie "blau" gebrannter Porzellangefäße. Die verbergen zunächst ihre Struktur, Porzellan sieht gewöhnlich ganz anders aus; sehr reizvoll. Alle Arbeiten sind ausschließlich mit der Hand gefertigt. Insgesamt eine überraschend abwechslungsreiche, attraktive Schau. Noch bis zum 4. August in der Kunsthalle in der Goethestraße 4 in Wißmar.

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