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Wettenberg: „Tempo rausnehmen“ an den Ortseingängen

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Von: Rüdiger Soßdorf

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Geht es nach den Wettenbergern, dann wird dieses Ortsschild deutlich weiter Richtung Launsbach versetzt, um Autofahrern zu signalisieren: Hier beginnt das Dorf - und ab der Ortstafel gilt innerorts »Tempo 50«. Bislang gilt davor »80«.
Geht es nach den Wettenbergern, dann wird dieses Ortsschild deutlich weiter Richtung Launsbach versetzt, um Autofahrern zu signalisieren: Hier beginnt das Dorf - und ab der Ortstafel gilt innerorts »Tempo 50«. Bislang gilt davor »80«. © Ruediger Sossdorf

Seit Jahren schon hadert die Wettenberger Politik mit den übergeordneten Verkehrsbehörden wegen des Tempos, das an den gut ausgebauten Ortseingänge gefahren wird. Jetzt ein neuer Anlauf, um die Straßen für Fußgänger sicherer zu machen.

Wettenberg – Wenn in diesem Jahr wieder eine große Verkehrsschau mit Behördenvertretern und Polizei ansteht, dann werden die Ortseinfahrten von Wißmar ganz sicher wieder angesprochen. Denn seit Jahren schon fordern Gemeindevertreter, dort etwas zu unternehmen, um das Tempo zu reduzieren, mit dem die Autos ins Dorf reinbrausen. Vor allem an der Launsbacher Straße und der Krofdorfer Straße sowie der Bahnhofstraße wird das als Problem gesehen. Da ist man sich fraktionsübergreifend einig. Solche Anträge werden in der Regel von allen Kräften unterstützt, denn sie haben alle Kenntnis von den Gefahrenstellen.

Zur Erinnerung: Im Winter 2014 hatte es in der Launsbacher Straße einen Unfall gegeben, bei dem ein Schulkind verletzt wurde. Bürgermeister Thomas Brunner hatte in seiner Funktion als Ortspolizeibehörde »Tempo 60« angeordnet - vom Ortsausgang Wißmar Richtung Launsbach bis zum Ende der Wohngebiete. Die Straßenverkehrsbehörde des Landes und des Kreises tun sich aber schwer mit solchen Regelungen. Denn es handelt sich um eine Landesstraße, die Gemeinde kann nur fordern und wünschen, aber nicht viel entscheiden.

Dabei tut die Gemeinde schon, was in ihrer Kompetenz liegt: So werden jetzt der Dünsberger Weg und die anderen angrenzenden Straßen im jungen Wohnviertel Gänsberg II als Spielstraßen ausgewiesen, um auch dort die Autofahrer zum langsamen Fahren zu bewegen. Die neue Regelung erfolgt im Dialog mit den Anwohnern, berichtete der Bürgermeister dieser Tage.

Wettenberg: Querungshilfe an der Bushaltestelle?

Die Anwohner aus dem Gänsberg-Viertel haben sich bereits seit Jahren für eine Geschwindigkeitsreduzierung auch auf der nahen Landesstraße starkgemacht. Da ist zum einen der Sicherheitsaspekt, zum anderen eben auch der Lärm durch schnellen Verkehr zu sehen. Weitere Idee: Eine Querungshilfe in Höhe der Bushaltestelle nahe der katholischen Kirche, um den Weg für Schulkinder und andere Nutzer des ÖPNV sicherer zu machen.

SPD-Gemeindevertreter Sven Hofmann ist seit Monaten schon in der Frage der Sicherheit an den Ortseinfahrten unterwegs, hat sich dazu bereits an den Hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir gewandt (die Allgemeine berichtete). Vor allem aber: Noch immer besteht der dringende Wunsch, in der Launsbacher Straße in Wißmar das Ortsschild so zu versetzen, dass es tatsächlich dort steht, wo mittlerweile die Bebauung links und rechts der Straße beginnt. Um eben Tempo aus dem Verkehr zu nehmen, der ortseinwärts und -auswärts fährt. Denn gerade die langen geraden und sehr breiten Straßen verleiten zum flotten Fahren. Das gilt übrigens für die Launsbacher wie die Krofdorfer Straße gleichermaßen.

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