Steine fliegen gegen Flüchtlingsheim

Wettenberg (so). Auf die Flüchtlingsunterkunft im Schacht in Wißmar unweit der Sportstätte sind in der Nacht zum Donnerstag Steine geworfen worden. Verletzt wurde niemand, auch Sachschaden ist nicht zu verzeichnen.

Wer dies getan hat, ist noch unbekannt. Bei der Polizei jedenfalls ist es umgehend gemeldet worden. Es ist der zweite Vorfall an der am Ortsrand liegenden Einrichtung. Bereits im Dezember, kurz bevor das Haus bezogen wurde, gab es Schmierereien, die jedoch umgehend entfernt wurden.

Seitens der Flüchtlingsinitiative "Wettenberg hilft" nimmt man dies jedoch sehr ernst und zeigt sich besorgt – zumal es in allen drei Wettenberg-Dörfern (und so auch in Wißmar) bislang eine Welle der Hilfsbereitschaft gibt und das Miteinander mit den neuen Nachbarn gelingt. Völlig geräuschlos etwa geschieht das im alten Ortskern von Wißmar, wo es seit Monaten eine Gemeinschaftsunterkunft gibt. "Friedliche Menschen einzuschüchtern, zu bedrohen und billigend in Kauf zu nehmen, dass jemand verletzt wird, ist verabscheuenswert und darf von niemandem von uns toleriert werden", bezieht "Wettenberg hilft" klar Position und verurteilt solches Tun.

In Wißmar wie auch in Krofdorf-Gleiberg und Launsbach gibt es einen Helferkreis, der zur Seite steht bei den ersten Schritten in der neuen Umgebung, mit Kleidung, bei Arztbesuchen, Anmeldung in der Kommune und vielem anderen. "Vor allem gegenseitiges Kennenlernen, das Erklären deutscher Kultur sowie Sprachvermittlung ist wichtig, damit die Bewohner sich integrieren können", so eine der Sprecherinnen. Dazu gibt es neben persönlichen Besuchen in der Unterkunft weiterhin das wöchentliche Begegnungscafé in den Räumen des Heimatmuseums in der Schulstraße (dienstags von 16 bis 17.30 Uhr).

Neuer Stromanschluss kommt

Das Haus in Wißmar ist erst am 12. Januar bezogen worden; Verzögerungen gab es wegen der nicht ausreichenden Stromversorgung. Aktuell läuft die Stromversorgung über ein Dieselaggregat. Nachdem sich gezeigt hat, dass Alternativen zum Beheizen mit Strom auch nicht günstiger sind, wird nun ein ordnungsgemäßer Stromanschluss hergestellt. Bürgermeister Thomas Brunner widerspricht den kursierenden Gerüchten, dass wegen der Hochspannungsleitung oder Klagen von Nachbarn das Haus nicht habe bezogen werden können. Eine Belastung durch die große Stromleitung sei durch ein Gutachten überprüft worden; es gab keine Bedenken. Auch seien weder von Nachbarn noch sonstigen Personen Klagen eingereicht worden.

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