Wo steht Wettenberg in zehn Jahren?

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Wettenberg(so). Wo soll sich Wettenberg in den kommenden zehn Jahren hin entwickeln? Wohnen, Gewerbe, Verkehr, aber auch Grünflächen und Erholungsräume - all das soll in einem "Masterplan 2030" fixiert werden. Das hat die Gemeindevertretung auf Initiative von SPD und Grünen mehrheitlich beschlossen. Betraut werden soll mit der Entwicklung eines solchen ganzheitlichen und nachhaltigen Konzeptes die Technische Hochschule Mittelhessen; hier konkret die Spezialisten des Fachgebietes Städtebau und Stadttheorie. Mit Prof. Alexander Pellnitz von diesem Fachbereich haben die Wettenberger in den zurückliegenden Monaten gute Erfahrungen gemacht, als sie um Beratung nachsuchten, wie das Quartier rund um den Krofdorfer Edeka-Markt bei einem Markt-Neubau entwickelt werden könnte. Insofern lag es nahe, erneut bei dem Stadtplaner nachzufragen.

Das Konzept soll zum einen eine Analyse der aktuellen Situation umfassen, zum anderen aber auch Vorschläge unterbreiten: Etwa zur Verdichtung der Bebauung innerhalb der heutigen Siedlungsgrenzen oder für einen neuen Flächennutzungsplan. Prof. Ellinghaus (SPD) gibt als Zielsetzungen aus, in den Wettenberg-Dörfern bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und der Innenentwicklung Vorrang zu gewähren. Das soll nicht nur in den kommunalen Gremien beraten und entwickelt werden; SPD und Grünen plädieren ausdrücklich für eine breitere Beteiligung, etwa in Bürgerversammlungen und mit Workshops.

In der Sache sind die Gemeindevertreter weitgehend einig; namens der CDU sprach Anuschka Gerlach in der Gemeindevertretung von "gut angelegtem Geld".. Bedenken haben die Freien Wähler derweil hinsichtlich der Festlegung auf einen Planer. Bernd Schlierbach plädierte dafür, weitere Angebote einzuholen; schließlich gebe es mehr als eine Hochschule und mehr als ein Büro, das solches leisten könne. Sein Antrag auf Ausschreibung wurde von allen anderen Fraktionen aber abgelehnt. Mit knapp 10 000 Euro (netto) sind die Kosten einer solchen Studie veranschlagt, - und bei diesem Betrag werde man schwerlich noch Alternativen finden, warnte Ellinghaus.

Der Fach- und Sachverstand der Stadtplaner soll im weiteren für eine Städtebauliche Studie eingeholt werden, die den Krofdorf-Gleiberger Süden in den Blick nimmt. Dort gibt es nämlich zwei Entwicklungsfelder: Die von der Kommunalpolitik überaus kritisch gesehenen Überlegungen von Sommerlad, auf dem Gewerbeland am Augarten eine Wohnbebauung zu schaffen. Und im weiteren die kommunalen Entwicklungspläne für den Seegarten. Da werde man als Kommunalpolitiker irgendwann einmal mit seinem Latein ans Ende kommen, befürchtet Prof Ellinghaus (SPD). Denn bei der dort geplanten Wohnbebauung soll der Eingriff in die Natur so gering wie möglich bleiben. Ellinghaus gab als Losung aus: Zuerst müsse sich die Kommunalpolitik fragen, was man aus gemeindlicher Sicht wolle, und dies definieren. Um eben nicht investorengetrieben zu agieren.

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