Im Krofdorfer Forst ist der Feuersalamander noch recht häufig anzutreffen. FOTO. ANDREA MALKMUS/BUND
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Im Krofdorfer Forst ist der Feuersalamander noch recht häufig anzutreffen. FOTO. ANDREA MALKMUS/BUND

Auf den Spuren der Feuersalamander

  • vonred Redaktion
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Wettenberg(pm). Der Feuer- salamander stellt an seinen Landlebensraum Wald besondere Anforderungen. Nadelwald mag er weniger gern, Laubwald mit feuchten Bereichen und Versteckmöglichkeiten wie Steinen oder Totholz sind hingegen gut geeignete Orte für den Lurch.

All diese Gegebenheiten findet der Feuersalamander im Krofdorfer Forst, deshalb ist er dort noch recht häufig anzutreffen. Davon konnten sich am vergangenen Samstag 13 Interessierte bei einer gemeinsamen Exkursion vom BUND und dem Forstamt Wettenberg überzeugen. Andrea Malkmus und Holger Brusius leiteten den gut dreistündigen Rundgang.

Erwachsene Feuersalamander ernähren sich von Insekten, Schnecken, Regenwürmern, also kurz von allem, was sie fangen und verschlucken können. Sie selbst hingegen sind auf der Speisekarte fleischfressender Tiere kaum zu finden. Ein von ihnen gebildetes leicht giftiges Sekret schmeckt Fressfeinden unangenehm, nach einmaliger Erfahrung meiden sie deshalb den schwarz-gelben Happen.

Hautpilz bedroht die Bestände

Die Situation des Salamanders ist neben Lebensraumverlust aktuell durch die Ausbreitung einer für ihn tödlichen Erkrankung besonders kritisch. Ein vermutlich mit Terrarientieren nach Europa eingeschleppter Hautpilz, "Batrachochytrium salamandrivorans", auch Salamanderfresser genannt, wandert derzeit von Belgien herkommend, wo er 2013 erstmals festgestellt wurde, nach Westen und hat inzwischen Nordrhein-Westfalen erreicht.

Die Feuersalamander-Bestände haben sich aufgrund dieser "Salamander-Pandemie" in Belgien und den Niederlanden Holland drastisch reduziert. Diese Entwicklung macht deutlich, welche Gefahren von aus Aquarienhaltung in die Umwelt ausgebrachten Tieren ausgehen können und dass für viele Lebewesen eine weltweite Vernetzung der Lebensräume auch gefährliche Folgen haben kann.

In Hessen sammelt das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie Informationen über Sichtbeobachtungen, um einen Überblick über die Verbreitung des Feuersalamanders zu erhalten. Diese Beobachtungen sollen helfen, neben der Verbreitung Rückgänge und Bestandseinbrüche zu erkennen. Auch Beobachtungen von mutmaßlich kranken Tieren und Totfunde sollten gemeldet werden.

Mehr Informationen unter www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/feuersalamander.html.

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