+
Luis Graulich lebt und arbeitet für ein Jahr in Sambia. Foto: privat

Freiwilliges Soziales Jahr

Als Sportcoach in Sambia

  • schließen

Ein Freiwilliges Soziales Jahr ist eine feine Sache - aber wer schafft’s damit bis in den Süden von Sambia? Luis Graulich aus Krofdorf arbeitet seit August als Sportcoach in Livingstone.

Wettenberg - "Nach 13 Jahren Schule kam mir nur eines in den Sinn: Nicht noch länger lernen, sondern endlich mal selber machen. Das kann ich hier genau so tun, wie ich es mir vorgestellt habe - und eigentlich noch viel besser". Luis Graulich ist ganz begeistert von seiner Aufgabe in Sambia. Seit Ende August lebt der 19-jährige Krofdorf-Gleiberger in Livingstone im Süden von Sambia, dicht an der Grenze zu Simbabwe. Er arbeitet dort täglich von 8.30 bis 15.30 Uhr als Sportcoach an zwei Schulen.

An zwei Schulen unterwegs

An der "Nekacheya Primary School" organisiert Luis Graulich mit einer Projektpartnerin eigenständig den Sportunterricht für alle Klassen. Dazu gehören auch die Unterrichtsvor- und Nachbereitung. Nach meist vier Unterrichtsstunden geht es für die beiden Sportcoaches mit dem Rad zur "Acacia International School", einer Privatschule, die nach englischem Standard unterrichtet. Dort assistieren die beiden einem Sportlehrer beim Unterricht.

Auf dem Plan stehen Rugby, Cricket, Netball, Fußball und Schwimmen. "Auf den Schwimmunterricht bin ich natürlich immer besonders scharf - bei bis zu 43 Grad dürfte das verständlich sein", grinst Luis. Selbst begeisterter Fußballer, trainiert er in seiner Freizeit in Livingstone noch eine U14-er Mannschaft. Und hat darüber hinaus Rugby für sich entdeckt.

Sport bei 40 Grad…

Sport bei 40 Grad? Das schlaucht schon, aber in den kommenden Wochen wird es wohl besser, denn langsam setzt die Regenzeit ein.

Wie kommt man aber dazu, ausgerechnet nach Sambia zu gehen, um ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren? Der Weg dazu führt über einen Sportverein in Göttingen im südlichen Niedersachsen. Der ASC (Allgemeiner Sportclub) Göttingen ist deutschlandweit die einzige Organisation, die internationalen Freiwilligendienst im Bereich Sport anbietet. Als Entsende-Organisation hat der ASC dieses Jahr 85 Freiwillige in sechs afrikanische Länder vermittelt, darunter eben auch nach Sambia.

Engagement bis September 2020

"Das passt für mich als Sportbegeisterten natürlich super, und ich habe echt Glück, einer der 85 zu sein", sagt Luis. Als ihm Sambia vorgeschlagen wurde, da willigte er ohne weiteres Zögern ein. Seit dem 25. August ist er in Livingstone und bleibt bis Anfang September 2020. Untergekommen ist er übrigens in einer Vierer-WG mit drei anderen Sportlern.

Die freie Zeit nutzt Luis Graulich nicht nur zum Trainieren von fußballbegeisterten Jungs, sondern unternimmt Ausflüge, um mehr von Land und Leuten kennenzulernen. Ein Muss ist da zweifellos eine Bootsfahrt auf dem Sambesi, zu den weltberühmten Victoria-Wasserfällen. Aber auch Flusspferde, Giraffen, Zebras und Elefanten hat er schon gesehen.

Weiterer Höhepunkt der ersten Monate: Eine Einladung zu einem Empfang in der deutschen Botschaft in Lusaka am 3. Oktober. Botschafter Achim Burkart hat Luis Graulich und weiteren FSJ`lern ausdrücklich versichert, welche Wertschätzung ihre Arbeit genießt.

Schulen brauchen Geld

Über den Sportunterricht hinaus will Luis Graulich der Nekacheya-Grundschule beim weiteren Auf- und Ausbau helfen. "Die Schule platzt aus allen Nähten, da seit drei Jahren immer mehr Schüler kommen und die Schule aus Platzgründen bereits jetzt für das nächste Schuljahr einige Absagen schreiben musste", schildert der junge Krofdorfer die Situation. Die Schule sei zwar im Besitz eines größeren Grundstücks, aber es fehlten schlicht die finanziellen Mittel, um auch nur einen Wasseranschluss auf diesem Brachland zu installieren - von einem Schulgebäude mal ganz abgesehen.

Luis Graulich will sich da engagieren: "Mein größtes Anliegen ist, dieser Schule zu helfen, indem ich Material zum Errichten des neuen Gebäudes zur Verfügung stelle." Dazu will er Spenden einwerben. Und er erläutert an einem Beispiel mit wie wenig schon viel geholfen werden kann: Eine Familie von vier Personen kann für ungefähr 20 Euro einen Monat lang satt werden.

Info: Wer will helfen?

Die Organisation "Weltwärts" unterstützt Jugendliche wie Luis Graulich, wenn sie sich ein Jahr als Freiwillige im Ausland engagieren. 75 Prozent der Kosten für dieses Programm werden von der Bundesagentur für internationale Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt. Die restlichen 25 Prozent sollen die jungen Leute nach Möglichkeit selbst organisieren. Können sie mehr Spenden einwerben, dann können sie das Geld für die Projekte verwenden, an denen sie arbeiten - hier also für die Hilfe an der Schule oder um den jungen Fußballern Auswärtsfahrten zu ermöglichen oder ihnen Essen zur Verfügung zu stellen. Wer also Luis Graulichs Arbeit unterstützen will:

Spendenempfänger ist der ASC Göttingen, der als eingetragener Verein berechtigt ist, Spendenbescheinigungen auszustellen.  Kontoinhaber: ASC Göttingen, IBAN: DE10 2605 0001 0000 1110 62, BIC: NOLADE21GOE, Kreditinstitut: Sparkasse Göttingen, Verwendungszweck: "Spende Weltwärts Einwerber: Graulich, Luis"

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare