Kommunalwahl im Kreis Gießen

Wahl der Gemeindevertretung in Wettenberg: SPD braucht einen Partner

  • Rüdiger Soßdorf
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SPD und Grüne können in Wettenberg weiter gemeinsam eine Mehrheit stellen - wenn sie es denn wollen. Aber mit etwas geänderten Vorzeichen, denn die SPD büßt satte neun Prozent ein.

»Zufrieden bin ich mit dem Ergebnis nicht«, sagte SPD-Vorsitzender Ralf Volgmann, der für seine Partei auch als Bürgermeisterkandidat antritt. Man habe in den vergangenen fünf Jahren viel geleistet. Es sei aber nicht gelungen, dies ausreichend zu kommunizieren. Mit Umweltfragen wie der Waldbewirtschaftung und Verkehrskonzepten besetze man die richtigen, zukunftsorientierten Themen - aber diese würden der SPD nicht zugeordnet. Darüber müsse man in der Partei reden. Das Ergebnis will die SPD zuerst in der Parteispitze und in der neuen Fraktion reflektieren - und dann schauen und verabreden, mit wem man in Sondierungsgepräche für eine Mehrheitsbildung geht. Volg-mann geht davon aus, dass es in Zukunft mehr wird als eine lose Zusammenarbeit. Im Raum steht eine Koalition. Für die Wettenberger SPD eine neue Erfahrung.

Grüne und FW mit sieben Mandaten

Die Grünen können ihre Präsenz von vier auf sieben Mandate nahezu verdoppeln. Sollten SPD und Grüne, seit 2016 in loser Kooperation verbunden, das Miteinander fortsetzen wollen, so könnten die Grünen mehr Gewicht in die Waagschale werfen. Auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Matthias Schulz ist »zu einer losen Kooperation nicht mehr bereit«. Die Vorzeichen seien heute andere. Eine »Shake-Hands-Kooperation« gehe nicht mehr: »Da müssen harte Fakten niedergeschrieben werden!«

Leichte Gewinne verbuchen Union und Freie Wähler. Bei den FW reicht dies aus, nun mit einem weiteren Vertreter und damit insgesamt sieben Sitzen in der Gemeindevertretung präsent zu sein. Auch das wäre rechnerisch für die SPD eine Option für eine Koalition.

Die CDU stellt unverändert neun Vertreter, die FDP weiterhin einen. Im Trend sah es noch so aus, als könnten die Liberalen das Mandat für sich beanspruchen, das die FW nun gezogen hat. Womöglich handelt es sich nur um vielleicht zwölf bis 15 Stimmen, so die Einschätzung des FDP-Vorsitzenden Jörg Guderian, der sich enttäuscht zeigt. Er hatte damit gerechnet, dass die FDP diesmal zwei Mandate und damit Fraktionsstatus erringt.

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