ik_Sommer_060921_4c_1
+
Klasse Klassik: Fabienne Exler (l.) und Merle Gudjons.

Sommerträume auf Burg Gleiberg

  • VonVolker Mattern
    schließen

Wettenberg (m). Wenn Träume wahr werden, dann hört sich das an wie beim Auftakt des Konzertwochenendes auf Burg Gleiberg. Gleiberg-Verein und KuKuK (Kunst- und Kulturkreis Wettenberg) hatten als Veranstaltergemeinschaft zu den »Sommerträumen« eingeladen. Endlich gelang, was zuvor in zwei Anläufe im Vorjahr und Anfang 2021 vergebens versucht wurde. Besser hätte es diesmal nicht laufen können:

Das Wetter spielte mit - bis in die Nacht herrschten auf dem Burghof 23 Grad.

Die Sopranistin Fabienne Exler (Düsseldorf) und die Mezzosopranistin Merle Gudjons (Hamburg) luden - zur Klavierbegleitung von Colenton Freemann - mit ihren geschulten Stimmen zum Träumen ein mit Melodien von Puccini, Léhar oder Mendelssohn Bartholdy. Höhepunkt dieses klassischen Einstiegs war das Blumenduett aus der Oper Lakmé.

Für Svanja Clausen aus Wißmar war der Auftritt ein »Heimspiel«: Wie im Traum scheint die 18-jährige Hochbegabte ihre Harfe zu beherrschen. Auf virtuose Weise entlockte sie dem Instrument einen Rausch an Klangfarben, mal bedächtig langsam, mal flott und heiter. So interpretierte sie etwa »Think of me« aus dem Musical »Phantom der Oper« von Andrew Lloyd Webber nach einem Arrangement von Sylvia Woods.

Spaß am Leben

Die Reise durch verschiedene Genres führte nach der Pause zu Pop und Musical. Und wieder war ein Heimspiel angesagt: Sowohl für Gabriele Riedl aus Rodheim-Bieber wie auch für Barbara Yeo-Emde aus Krofdorf-Gleiberg. Bei ihren fünf Stücken, darunter »Mr. Sandmann« von Pat Ballard, wurden die beiden Damen am Klavier begleitet von Oberstudienrat Hermann Wilhelmi. Mit »Kuschelrock« hatten Ingi Fett (Gesang) und Nick Ramshaw (Gitarre) ihren Part überschrieben. Ingi Fett beschrieb es passend: »Auch wenn der Blick in die Welt eine andere Sprache spricht, sollte Louis Amstrongs ›Wonderful World‹ nicht ungehört bleiben, denn es war noch nie überall wundervoll auf dem Planeten.« Das Stück sollte ebenso Hoffnung wecken wie auch die anderen Beiträge des Duos, etwa »Say something«.

Zum Finale nach zwei Stunden standen alle Akteure auf der Bühne, um ihr Publikum mit »Seasons of Love« aus dem Musical »Rent« zu verabschieden. Durch das Programm hatte als charmanter Plauderer Vorstandsmitglied Dr. Jürgen Leib geführt. Er unterhielt mit Anekdoten aus der Geschichte der Burg, des Vereins und der Gastronomie kurzweilig zwischen den Auftritten. Vor allem die ausgewogene Mischung junger Künstler und älterer Bühnen-Routiniers sowie die unterschiedlichen musikalischen Genres begeisterten die rund 100 Besucher.

Für den Geschmack italienischer Lebensart gab es tags darauf nicht nur musikalische Kost: Burggastronom Axel Horn und sein Team hatten sich ganz auf das Motto eingestellt. Auf der Bühne nahmen fünf Herren nebst Instrumenten Platz »Ombre di Luci« (Schattenlichter) aus Osnabrück: Die Kernbotschaft ihres Programms fand im Song »La Libertá« ihren Ausdruck. Spaß am Leben steht neben der musikalischen Individualität an oberster Stelle für die Band, die auch mit Tiefgang und Nachdenklichkeit aktuelle Themen aufgreift. Sänger Marcus Tackenberg: »Das Leben ist nicht mehr so einfach, wie man es sich vorstellt.«

Gerhard Schmidt (Ehrenbürgermeister und stellvertretender Vorsitzender des Gleiberg-Vereins) hatte unter den 140 Gästen auch Rita Schneider-Cartocci, die Präsidentin der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Mittelhessen begrüßt. Diese unterstützte das Konzert ebenso wie der »Kultursommer Mittelhessen«, für den Geschäftsführer Frank Dauer Dank gebührte.

Alle Vorträge der Band wurden bezüglich ihres Inhalts erklärt. 17 Darbietungen, allesamt aus eigener Komposition, kennzeichneten typisch italienische Lebensart. Das Quintett überzeugte durch unverwechselbaren Canzone-Stil. Pop, Jazz, Latin, Polka, Folk und Chanson kennzeichneten die Stücke; der zweite Teil war geprägt von aktuellen Hits. Die fünf Musiker hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.

Italienische Lebensart auf Burg Gleiberg mit der Band »Ombre di Luci« (Schattenlichter) aus Osnabrück.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare