Sommerbetreuung wie gewohnt

  • Rüdiger Soßdorf
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Wettenberg(so). In den Wettenberger Kindergärten wird es in den bevorstehenden Sommerferienwochen keine durchgehende Betreuung geben. Es bleibt bei den jeweiligen Schließungen von drei Wochen und dem Angebot von Notbetreuung für Familien, die Bedarf anmelden. Ganz so, wie es in den vergangenen Jahren auch gehandhabt wurde.

Das hat Bürgermeister Thomas Brunner in der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstag in Krofdorf angekündigt. Das Parlament trägt diese Planung mehrheitlich mit. Nicht aber ohne gründliche Debatte, die rund 30 Erzieherinnen aus den fünf kommunalen Kindertagesstätten in Krofdorf-Gleiberg, Wißmar und Launsbach mit regem Interesse verfolgten.

Ursprünglich stand die Überlegung der CDU im Raum, Eltern stärker zu entlasten, die coronabedingt ihren Jahresurlaub weitgehend aufgezehrt haben und nun in den Sommerferien möglicherweise vor einem Betreuungsproblem stehen. Um da zu helfen, wurde von der CDU angeregt, die Schließzeiten der Tagesstätten in diesem Jahr auszusetzen.

Auch Erzieherinnen brauchen Urlaub

Was aber wiederum das dortige Personal mehr belastet hätte. "Unsere Erzieherinnen brauchen ihren Urlaub auch", sagt der Bürgermeister. Schließlich hätten sie vielfach selbst Familie. Brunner rechnet in den bevorstehenden Ferien ohnehin mit einer gewissen Entspannung und baut darauf, nach den Sommerferien wieder einen klassischen Regelbetrieb in der Kita-Betreuung fahren zu können.

Die CDU-Opposition sucht derweil für den Sommer noch nach einem "kreativen Lösungsansatz". Andrea Walker relativierte insofern die ursprüngliche Idee einer durchgehenden Betreuung. Aber sie plädierte dafür, bei den Eltern abzufragen, wie der Bedarf ist. "Sind es mehr als ein paar Einzelfälle, dann wünschen wir uns weitergehende Regelungen der Gemeinde." Und CDU-Fraktionsvorsitzender Gerhard Noeske schärfte nach: "Das Ergebnis muss heißen: Wer sich suchend an die Gemeinde wendet, der muss ein Angebot bekommen." Dies selbstverständlich unter Wahrung der Rechte und berechtigten Ansprüche der Erzieherinnen. Noeske dankte (wie Vertreter anderer Fraktionen auch) den Fachkräften für ihre engagierte Arbeit in den zurückliegenden schwierigen Wochen.

Diese waren ebenfalls Thema in der parlamentarischen Aussprache. Aus der teils emotionalen Sitzung des Sozialausschusses berichtete dessen Vorsitzender Ralf Volgmann (SPD). Denn die Eltern hatten Ende Mai die Erwartungshaltung, dass ihre Kinder zumindest teilweise vor der Sommerpause wieder in die Kindertagesstätten gehen könnten. Nicht ausreichend Personal, nicht genug Räumlichkeiten, um dies vollumfänglich unter Abstandsregelungen etc. abzubilden, erinnerte Volgmann. Dies führte dazu, dass zwischen 20 und 25 Kinder je Einrichtung zu Hause bleiben mussten, nachdem die Plätze nach Kriterien der Notbetreuung und besonderer Bedarfe vergeben waren. Das sorgte für Frust bei Familien - und eben auch für Protest.

Mittlerweile sei mit Ausnahme vom Krofdorfer Finkenweg und dem Launsbacher Mäusenest wieder eine 100-prozentige Abdeckung gegeben, sagt der Bürgermeister. Gleichwohl gebe es nach wie vor Einschränkungen aufgrund der personellen und der räumlichen Gegebenheiten.

Vor diesem Hintergrund war auch Kurzarbeit in den zurückliegenden Wochen kein Thema. Gerade in den Kindergärten wurde jede Kraft benötigt.

Finkenweg-Pläne

Einstimmig beschlossen hat die Gemeindevertretung derweil, einen Bebauungsplan an der Burgstraße in Krofdorf aufzustellen. Denn auf den rund 7500 Quadratmetern vom Bouleplatz und der angrenzenden Grünanlage soll der Neubau einer Kita mit Familienzentrum entstehen, der den in die Jahre gekommenen Bau am Finkenweg ersetzt.

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