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Unterwegs nach Willingen: Wandergruppe der Wißmarer Wäller.

So weit die Füße tragen

  • vonKlaus Moos
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Wettenberg (mo). Spannende Facetten gibt es in der 100-jährigen Geschichte des Zweigvereins Wißmar im Westerwald-Verein. Eigentlich sollte das Jubiläum 2021 gebührend gefeiert werden, aber die Pandemie macht auch diesem Verein einen Strich durch die Rechnung. Dennoch können die Verantwortlichen auf schöne Erfolge zurückblicken - etwa auf das Vereinsheim auf dem Grubenberg, das innerhalb von fünf Jahren in Eigenleistung entstanden ist.

Die Einweihung fand am 19. Mai 1966 im Rahmen eines Sterntreffens statt.

Am 14. März 1921 wurde der Verein unter dem Namen »Wanderclub Wanderfreunde« gegründet. Im Mittelpunkt standen die Ausübung und Förderung des Wandersportes für die ganze Familie, der Schutz von Natur und Umwelt, die Brauchtumspflege, das Singen von Volks- und Wanderliedern und der Volkstanz. Zudem wurde mit der Wegemarkierung rund um Wißmar begonnen.

1934 war der Verein gezwungen, wegen der politischen Verhältnisse einer übergeordneten Organisation beizutreten. Man wählte den Dachverband »Westerwald-Verein; seitdem gibt es den Westerwald-Verein, Zweigverein Wißmar. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Mandolinengruppe gebildet. Konzerte mit dem Wißmarer Gesangverein und Tanzveranstaltungen fanden großen Anklang. Leider hat sich die Mandolinengruppe aufgelöst. Gitarren und Akkordeon aber prägen bis heute die Vereinstreffen.

1961 verstarb Vorsitzender Heinrich Mandler. Sein Nachfolger wurde Karlfried Lauz, auf den 2008 Peter Wagner folgte. Seit 1967 gibt es die beliebten Heimabende. Seit 1968 wird ein Wanderplan für das ganze Jahr erstellt, monatliche Touren verschiedener Länge und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade inklusive. Auch eine Radwanderung und ein Tagesausflug gehören zum regulären Angebot. Zum Wandern sind auch Nichtmitglieder eingeladen. Die Halbtags- und Ganztagswanderungen und mehrtägige Wanderungen werden von Wanderführern vorbereitet und geleitet. Große Vereinsfahrten auch ins Ausland gehören zum Programm.

»So weit die Füße tragen« ist der Titel einer jährlichen Wanderung über etwa 60 Kilometer, ein Highlight der Vereinsarbeit. 1970 wurde eine Jugendgruppe gegründet; sie widmete sich später den Volkstänzen. Höhepunkt war die Teilnahme anlässlich des Kommersabends zur 1200-Jahr-Feier Wißmars. Auch kommunale Partnerschaftstreffen in Zsambek (Ungarn) und Wettenbergs Partnergemeinde Sorgues (Frankreich) wurden mitgestaltet. In guter Erinnerung bleibt ein Besuch in Berlin-Neukölln. Im Bürgerhaus wurden Theaterstücke aufgeführt. 1995 feierte die Tanzgruppe 25-jähriges Jubiläum mit Gastgruppen. Die Tanzgruppe gibt es nicht mehr, das gleiche Schicksal ereilte die 1978 gegründete Glockenspielgruppe.

Vorfreude auf 2022

Fester Bestandteil der Vereinsaktivitäten ist seit 1972 die Wegemarkierung, auch zwei Schutzhütten galt es zu pflegen. Aus Anlass 50 Jahre Westerwald-Verein fand am 20. Mai 1971 ein großes Sterntreffen statt. Nun war man auch in der Lage, das bis dahin nur gepachtete 7000 Quadratmeter große Vereinsgelände zu kaufen. 1978 wurden in Eigenleistung 450 Meter Wasserleitung gelegt. Für Öffnungszeiten im Wanderheim wurde ein Heimdienst eingerichtet. Die Vereinsarbeit war rege. 1987 beschloss man, das Vereinsheim auf die heutige Größe umzubauen; das Außengelände wurde umgestaltet. Im Juli 1996 wurde das 75-jährige Vereinsbestehen gefeiert. 2003 wurden in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden die Wanderwege neu ausgezeichnet. Ein Kinderspielplatz entstand.

Geplant ist, das 100-jährige Jubiläum am 3. Juli 2022 unter dem Motto: »101 Jahre Vereinsleben« zu feiern. Dann soll immer wieder der bekannte Wäller-Gruß »Hui Wäller? Allemol!« erschallen.

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