Schildmauer mit 16 Brutplätzen

  • VonTim Mattern
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Wettenberg (tma). War die Burg Gleiberg lange Zeit Heimstatt und Zuflucht für Menschen, ist dieser künstliche »Felsen« heute auch für allerhand tierische Bewohner attraktiv. Besonders auffällig sind die Dohlen, von denen etwa zehn bis 15 Paare in Mauernischen des Bergfrieds brüten. Aber auch viele kleinere Vögel wie Mauersegler, Star und Hausrotschwanz sowie Fledermäuse besiedeln die Gemäuer seit langem.

Ebenso wurden Kleiber, Meisen und Gartenrotschwanz beobachtet; am Nassauer-Bau brüten gelegentlich Turmfalken.

Bei der Sanierung der »Nördlichen Schildmauer«, die unlängst abgeschlossen wurde, führten der Gleibergverein und der NABU Wettenberg ihre erfolgreiche Kooperation fort. Schon lange arbeiten beide Vereine unter dem Motto »Kultur und Natur auf Burg Gleiberg« zusammen. Bei Sanierungsarbeiten wurde schon immer Rücksicht auf Vögel und Fledermäuse genommen und die Beratung des NABU hinzugezogen. Die Arbeiten begannen vor der Brutsaison, so dass noch keine Nester vorhanden waren, und erfolgten in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde. Die Fachfirma Denkmalplan hatte nach Errichtung des Gerüsts bereits viele Nischen und Hohlräume identifiziert. Gerhard Schmidt vom Gleibergverein führte Oliver Wegener und Tim Mattern vom NABU auf die Baustelle. So konnte entschieden werden, welche Hohlräume als Brutplätze geeignet sind und erhalten werden sollten. Diese wurden markiert und vor dem Ausspritzen der Fugen mit Schaumstoff geschützt. Nach dem Verfugen konnte dieser wieder entnommen werden, so dass nun 16 kleine Nischen für Vogelnester zur Verfügung stehen. »Wir müssen natürlich einen kleinen Spagat machen zwischen Vogelschutz und der Haltbarkeit der Mauern«, erläuterte Schmidt. Schließlich kann es vorkommen, dass Wasser eindringt oder dass durch eingeschleppte Samen Pflanzen keimen, was beides zu Schäden führen kann.

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