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Sarah Strohs großer Tag bei der »Miss Germany«-Wahl

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Spannend verlief am Samstag die »Miss Germany«- Wahl im Europapark Rust – auch für die zum zweiten Mal nach 2012 qualifizierte Sarah Stroh aus Wißmar. Im selbst ausgewählten Abendkleid sowie in Bademoden präsentierten sich 24 Teilnehmerinnen. Am Ende schaffte es die 23-Jährige Wettenbergerin unter die besten Neun.

Sarah Stroh wirkt ein wenig gehetzt an diesem Samstagnachmittag. Kein Wunder, denn im Europa-Park-Dome in Rust herrscht reges Treiben. Bis zur »Miss Germany«-Wahl am Abend auf der großen Showbühne sind es zwar noch einige Stunden hin, aber in denen will noch viel geschafft werden: »Ich kriege jetzt gleich die Wimpern gemacht«, sagt die 23-Jährige aus Wißmar und verschwindet in der Ecke auf einer der bequemen Liegen, ihre Jacke über die Beine gedeckt. Hier werden nun in mühevoller Kleinarbeit die künstlichen Wimpern gerichtet, krumme Härchen begradigt, fehlende ergänzt. Zum Schluss muss der Kleber trocknen, deswegen bekommt sie mit einem Fächer Luft zugewedelt. Die 23-Jährige lässt die Prozedur entspannt über sich ergehen, die kühle Luft tut gut.

Es ist verdammt warm »in der Maske«. Die Temperatur verwundert nicht, werden Haare und Make-up der 24 Teilnehmerinnen doch vor riesigen, mit Glühbirnen umrahmten Spiegeln gemacht, wie man sie aus Zirkus- oder Varieté-Garderoben kennt. Dazu brummen die Haartrockner im Takt. An der Kopfseite des Raumes steht leckeres Essen, das vor sich hin dampft. Neben Stylisten, den Teilnehmerinnen selbst und den Organisatoren wuseln hier außerdem mehrere Dutzend Pressevertreter umher. Fotografen wollen Schnappschüsse, Print-Journalisten und Fernsehteams O-Töne und Interviews. Ständig »zerrt« jemand an den Mädchen, schleift sie auf eine Couch oder in die eigens eingerichtete Interview-Ecke.

Trotz Routine ein bisschen nervös

»Sarah, guck’ mal«, »Sarah, komm mal hierüber«. Sarah hier, Sarah da. Wie viele Fotos sie denn schon gemacht hat an diesem Nachmittag? »Viele«, sagt die großgewachsene Blondine nur und zuckt die Schultern, als sie sich eine kurze Verschnaufpause gönnt und eine Apfelschorle. Doch wirklich zur Ruhe kommt sie an diesem Tag nicht: »Ich habe noch keine Haare gemacht und noch kein Make-up«, sagt sie.

Der Tag ist lang für die Mädchen. Um 10 Uhr saßen die Teilnehmerinnen zwecks Haarwäsche und Haarkur beim Frisör, bevor es zu einer letzten Durchlaufprobe auf die Bühne ging. Ob Sarah auch bei ihrer zweiten Teilnahme nach 2012 aufgeregt ist? »Ich kann nicht behaupten, dass ich nicht nervös bin. Das ist aber eher eine positive Aufgeregtheit, ich gehe ganz anders ran«, sagt sie, während gleich drei Stylistinnen sich vor einem der großen Spiegel ihrer Frisur widmen. Da werden Strähnen hochgesteckt, Rundbürsten eingedreht, hier gezupft, da geziept. Noch kann man außer Locken nicht viel erkennen. »Ich bekomme eine Welle auf der einen Seite, weil mein Kleid ziemlich hoch ansetzt. Die Locken bleiben aber nicht so extrem, die werden noch ausgekämmt«, erklärt die 23-Jährige, dann lehnt sie sich zurück, schaut nach links und rechts und lacht: »Ich hab’ gleich drei Mädels, die mir die Haare machen.« Das bräuchte ich zu Hause auch.

An den meisten Frauen arbeiten »nur« zwei Stylisten. Das muss natürlich noch auf einem »Selfie« festgehalten werden. »Ihr müsst mal dichter an mich ran, ich krieg’ uns nicht alle drauf, mein Arm ist zu kurz«, sagt sie und fuchtelt mit dem Smartphone.

{newPage}Weiter geht es auf die andere Seite, dort wird geschminkt. Doch zunächst ist noch ein Moment Warten angesagt, bevor Stroh vor MakeUp-Artistin Guiseppa Bagli sitzt. Die stellt sich zu 100 Prozent auf die Kandidatin ein: »Was möchtest du denn gern?«, fragt sie. Stroh beugt sich über die Riesen-Auswahl an Schminkutensilien, wählt schließlich Farben für den Lidschatten aus. »Ich habe ein goldenes Kleid, also hätte ich gern etwas in Gold-Braun«, ordnet Sarah an. Schnell ist für die Make-up-Artistin klar, in welche Richtung das Ganze gehen soll: »Wir machen ein Glamour-Make-up mit viel Glitzer.«

Zwischendrin bleibt Zeit für einen kleinen Plausch mit Popsängerin Loona, die am Nachbarplatz geschminkt wird. »Wir kennen uns schon von einigen Messen«, sagt Stroh über das prominente Jurymitglied. Um 17.30 Uhr, pünktlich zum Einlass, müssen die Pressevertreter das Areal hinter der Bühne verlassen. Die Mädchen brauchen jetzt Ruhe und Zeit zum Umziehen, bevor die Gala um 20 Uhr mit einem bunten Opening zu lebhaften Sambaklängen startet.

Auf der Bühne macht Stroh – zunächst im champagnerfarbenen Kleid – eine routinierte Figur. Als sie im ersten Wertungsgang zu ihrer Vorstellung ansetzt, ertönt aus der linken Saalhälfte ohrenbetäubender Jubel. Mit insgesamt neun Personen – die ganze Familie ist dabei an diesem Abend – hat Stroh einen der größten »Fanclubs« im Saal. Und der macht deutlich, wer die persönliche Favoritin ist. Wie schon 2012, rückt die 23-jährige Germanistik-Studentin erneut ins Finale der besten neun Teilnehmerinnen ein.

Das Kurzinterview, dass sie Moderator Alexander Mazza geben muss, widmet sie ihrer Familie: »Es ist so schön, dass meine kleine Schwester dieses Mal dabei sein kann«, freut sie sich und antwortet auf die Frage nach dem emotionalsten Moment mit: »Die Anrufe und Nachrichten meiner Familie. Ich habe Euch sehr vermisst!«

Auch in der prominent besetzten Jury, zu der unter anderem Moderatorin Caroline Beil, Boxer Marco Huck, Entertainer Roberto Blanco und Fußball-Funktionär Reiner Calmund gehören, hat Stroh schon früh ihre Fans: Loona postet um 22.17 Uhr ein Foto von Sarah auf ihrem Facebook-Profil: »Meine Favoritin. Go, go, girl!«

Komplimente und Jobangebote

Vergebens. »Miss Germany« wird die 19- jährige Vivien Koncaaus der Nähe von Aachen, auf Platz zwei landet Catharina Leers (21) aus Verl, Dritte wird Evelyn Konrad (19) aus Böblingen. Sarahs persönliche Favoritin, wie sie nach der Wahl verrät, die amtierende »Miss Bayern« Julia Wolf, schafft es nicht ins Finale. »Das hat mich schon sehr gewundert.« Auch die 25-jährige Mira Heinen aus Rauschenberg bei Marburg, im Januar in Gießen zur amtierenden »Miss Hessen« gewählt, zieht ins Finale ein.

Selbst wenn es wieder nicht ganz gereicht hat: Auf der anschließenden Party im Foyer wird die 23-Jährige aus Wißmar mit Komplimenten und Jobangeboten überhäuft. Ein bisschen enttäuscht wirkt sie zwar schon, aber für sie steht fest: »Das war ein wundervoller Abend!«

Von Sabine Glinke

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