"Salamanderfresser"-Pilz macht Naturschützern Sorgen

  • schließen

Wettenberg (pm). Andrea Malkmus vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Gießen und Holger Brusius vom Forstamt Wettenberg luden nur zur Feuersalamandersuche in den Krofdorfer Forst ein. 14 Interessierte waren mit dabei.

Zunächst ging es zum Fohnbach, der als "Kinderstube" der Salamander gilt. Hier berichteten die beiden Experten viel über die Lebensweise und Gefährdung des Schwanzlurches. Der nachtaktive Salamander mit seiner auffälligen Schwarz-Gelb-Zeichnung war dabei nicht leicht zu entdecken. Vorsichtig mussten viele Baumstämme angehoben werden, bis ein ausgewachsenes Tier in seinem Tagesversteck gesichtet wurde. Ihre individuelle Zeichnung macht jedes Exemplar dieser Art unverwechselbar.

Anders als andere Amphibien verbringen ausgewachsene Feuersalamander ihr Leben ausschließlich an Land. Ihre Kinderstube jedoch liegt im Wasser, denn die Jungtiere verbringen ihr Larvenstadium von zwei bis vier Monaten in den fischfreien Oberläufen von Bächen und auch in Tümpeln. Im Quellbereich des Fohnbaches sind diese Bedingungen vorhanden. So fand die Gruppe auch Salamanderlarven.

Eine neue Gefahr dem Feuersalamander durch den vermutlich mit Terrarientieren nach Europa eingeschleppten Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans, auch "Salamanderfresser" genannt. Dieser Krankheitserreger wandert derzeit von Belgien her kommend, wo er 2013 erstmals festgestellt wurde, nach Westen. Eine Infektion verläuft für den Salamander stets tödlich, die Population ist in Belgien und Holland gänzlich zusammengebrochen.

Salamanderbeobachtungen kann man auf https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/feuersalamander.html melden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare