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Zurück in die Achtziger: Die Gruppe »Back 2 the 80s« begeistert bei ihrem Debüt auf Burg Gleiberg zahlreiche Besucher.

Retro-Stimmung auf der Burg

  • VonVolker Mattern
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Mit einem sprichwörtlichen Paukenschlag präsentierte sich am Sonntag erstmals eine neue Band: Auf Burg Gleiberg gab die Formation »Back 2 the 80s« ihr Debüt - mit Retro pur.

Es war empfindlich kühl, aber umso heißer waren die Rhythmen, die am Sonntagabend über den Hof der Burg Gleiberg tönten. Da wurde eben mal die Zeit zurückgedreht: »Back 2 the 80s« (Zurück in die Achtziger), die neue Band um Dr. Dennys Sawellion (Keyboard, Keytar, Gesang), hatte mit ihrem Open-Air-Konzert ins Schwarze getroffen. Beim ersten öffentlichen Auftritt der Formation kamen rund 140 Gäste.

»Mal schaun, wie’s wird«, sagte Sawellion noch während der Vorbereitungen - es wurde gut. »Zurück in die Zukunft« könnte man sagen, denn der Name der Band ist Programm und beschreibt, woher der musikalische Wind in der Hauptsache weht: Aus den 80ern. Warum die Burg als Kulisse? Es ist schon einige Jahre her, dass »Back to the 50s« auf dem Gleiberg mit großen Konzerten Furore machte und den Grundstock für das Golden-Oldies-Festival (»einen Stock tiefer« in Krofdorf) legte.

»Fifties«-Gründer Sawellion scheint eher der rückwärtsgewandte Typ zu sein: Bei der neuen Formation wurde die Zeit nun um vier Jahrzehnte zurückgedreht. Er fand mit drei regionalen Musikgrößen Mitstreiter: Nach 20 Jahren Abstinenz von den Showbühnen dürstete es Stefan Ackermann (»Get Wet«), Roger Haberditzl (»Erna und die Berts«) und Ralf Enzmann (»Action Flash«) nach Neuem. Da konnte nichts mehr schiefgehen, denn Spaß am Musizieren, Erfahrung und Abenteuerlust waren ohnehin vorhanden.

Den vieren fehlte es wahrlich nicht an Einfallsreichtum, Fantasie und Kreativität um nicht nur zu singen und zu spielen. Mit ihrer Bühnenshow und den typischen Elementen aus der Zeit der Discos und Partykeller.

Da Spiegelkugel, Leucht-Cube, Leuchtröhren und Flackerspots zum Standard der Szene gehörten, holten die vier ihr begeistertes Publikum genau in jene Zeitkapsel zurück, von der Denny Sawellion sagt, »es war die Musik unserer Sturm- und Drang-Zeit und sie hatte Fülle und Vielseitigkeit.«

Diese Zeit brachte »Back 2 the 80s« hervorragend rüber. In der Pandemie hat die Band ein Extra-Programm für kleine Veranstaltungen und Biergärten einstudiert und bereits erfolgreich während einer Andalusien-Tour in Spanien präsentiert. Dieses wurde im Vorfeld der großen Show präsentiert und brachte die Zuschauer in die richtige Retro-Stimmung. »Here comes the Sun«, »Hotel California«, »La Bamba«, »Don’t let me be misunderstood«, »A la la long«, oder »Angel« - um nur einige Titel zu nennen - präsentierten die Akteure in weißer »Miami Vice«-Kluft unter grünen Strandschirmen.

Nach der Pause gab es eine Reminiszenz an den Serienklassiker »A-Team«: Aus einem vorgefahrenen schwarzen Van entstiegen die in Anzügen gekleideten Musiker und sprangen auf die große Hauptbühne. Von dort erklangen in verschiedenen Blocks mit wechselndem Outfit Songs aus New Wave, Neuer Deutschen Welle und Pop-Ära. Mit »Talking in your sleep«, »Mayor Tom«, »Carbonara«, »Schickeria« und »Flieger, grüß mir die Sonne«, holten die Retro-Musiker das Lebensgefühl der Achtzigerjahre auf die Bühne und den Burghof und zündeten mit der Erinnerung an Hubert Kah, Depeche Mode, Bryan Adams, Falco und ZZ-Top den Pop- und New-Wave-Ballon auf der 300 Meter hohen Basalterhebung.

Die 80er - das war der galaktische Mittelpunkt, um den sich aber auch musikalisch ein wenig die Kreise der 70er bis in die 90er und jünger drehten. Schulterpolster, Musikcassetten, Schlaghosen und Plateauschuhe - »es muss eine tolle Zeit gewesen sein«, war hier und da zu vernehmen. Und dann erst die »Mantas«: Die durften am Sonntagabend mit einigen anderen Oldtimern auf den Burghof fahren, wo sie für eine stilechte Bereicherung der Kulisse sorgten.

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